Oliver Zastrow (Gastautor)Lesedauer: 4 Minuten

Vermögensverwalter über Trend So setzen Anleger auf Cyber-Sicherheit

Sitz des Paul-Ehrlich-Instituts im hessischen Langen
Sitz des Paul-Ehrlich-Instituts im hessischen Langen: Das deutsche Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel wurde jüngst Opfer eines Hacker-Angriffs. | Foto: IMAGO Images / Patrick Scheiber
Oliver Zastrow
Bild: Albrecht, Kitta & Co.

Die kriminellen Hacker machen vor nichts Halt: Sie greifen Krankenhäuser, Schulen oder Behinderten-Werkstätten an und erpressen diese. In den USA gehörte Anfang des Jahres auch eine Aufbereitungsanlage für Trinkwasser zu den Opfern. Selbst das Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland und die Europäische Arzneimittelagentur sind bereits digital angegriffen worden. Staatliche Behörden und vor allem Unternehmen zählen ebenfalls regelmäßig zu den Angriffszielen.

Covid-19 hat die Zahl der Cyber-Attacken noch einmal sprunghaft ansteigen lassen. Denn viele Rechner und Laptops im Homeoffice sind weniger gut geschützt als die IT im Büro. Die Sicherheitslücken haben somit durch Homeoffice stark zugenommen. Gleichzeitig werden die Cyber-Kriminellen immer professioneller. Ein weiterer Grund für die steigende Computerkriminalität sind die stark wachsenden Clouds. Denn sie erhöhen die Anfälligkeit von Datennetzwerken für Hackerangriffe.

Schließlich sorgen auch die zunehmenden geopolitischen Spannungen zwischen den USA, Russland und China für eine Ausbreitung der digitalen Kriminalität. Vor allem die Russen stehen unter dem Verdacht, sich in die amerikanischen Wahlen einzumischen, um diese zu manipulieren. Facebook befürchtet, dass es auch in Deutschland bei den Bundestagswahlen im September zu Hackerangriffen kommt. Und wahrscheinlich waren es israelische IT-Spezialisten, die das iranische Atomprogramm angegriffen und wichtige Technik zerstört haben.

Unter den Unternehmen zählt die Firma Edag zu den jüngsten Opfern. Der Ingenieurdienstleister ist in seinem Bereich in Deutschland nach Bertrandt die Nummer Zwei. Zu den Kunden von Edag gehören unter anderem Autohersteller, aber auch Firmen aus der Lkw- und Luftfahrtbranche. Das Unternehmen besitzt umfangreich Daten seiner Kunden zu künftigen Projekten und war damit ein gefundenes Fressen für eine Cyber-Attacke.

Attacke auf Microsoft

Die digitalen Angriffe finden aber nicht nur bei Mittelständlern statt, sondern treffen auch große Konzerne. Beispielsweise gab es im Dezember einen schweren Angriff auf das MDax-Unternehmen Symrise. Das hat massiv Geld gekostet. Der Aromen-Hersteller verfehlte 2020 sein ursprüngliches Umsatzziel. Sogar der amerikanische IT-Konzern Microsoft wurde vor Kurzem Opfer von Cyber-Kriminellen. Diese griffen die Exchange-Server an, wodurch weltweit zehntausende Unternehmen betroffen waren.

Häufig finden die Angriffe durch sogenannte Ransomware statt. Dabei handelt es sich um Trojaner, die Daten verschlüsseln. Die angegriffenen Unternehmen oder Einrichtungen sollen dann Lösegeld für einen Schlüssel zahlen, mit dem sie wieder an ihre Daten herankommen. Die Trojaner werden regelmäßig als getarnte Mail-Anhänge verschickt.

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