Märkte seit 1928 analysiert So ungewöhnlich war das Aktienjahr 2020

Tief hinunter und schnell wieder hinauf ging es 2020 an den Aktienmärkten. Wie außergewöhnlich das Börsenjahr war, zeigt eine Analyse von Sven Lehmann vom Multi-Family-Office HQ Trust. Der Fondsmanager hat das Jahr 2020 mit den 92 vorangegangenen Jahren verglichen. Sechs Kennzahlen des US-amerikanischen Leitindex S&P 500 schaute sich Lehmann seit 1928 dafür genauer ein.

So legte der US-Index im vergangenen Jahr seiner Analyse zufolge 16,3 Prozent mehr zu als in einem gewöhnlichen Aktienjahr. Die Wertentwicklung lag damit deutlich über dem langfristigen Mittel von 5,9 Prozent, so Lehmann. In den vergangenen 93 Jahren schnitt der S&P 500 demnach insgesamt 60 Mal schlechter, aber auch 32 Mal besser ab.

Besonders hoch fiel 2020 der maximale Verlust aus. „Der zwischenzeitliche Einbruch von mehr als 30 Prozent war außergewöhnlich“, urteilt der Fondsmanager. Einen höheren Verlust habe es nur in 7 von 93 Jahren gegeben. Ebenso rasant die Aufholjagd vom Jahrestief:  Lediglich in vier Jahren seit 1928 holten die Märkte innerhalb des Jahres einen größeren Verlust auf, so die Analyse.

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Das unruhige Aktienjahr zeigt sich zudem in der Anzahl der Tage mit Verlusten von mehr als 3 Prozent. Im vergangenen Jahr war das an 27 Tagen der Fall. Seit 1928 gab es nur in fünf Jahren ähnlich viele Tage mit so großem Minus an den Börsen. Das trifft umgekehrt auch auf die Anzahl der Tage mit Gewinnen von mehr als 3 Prozent zu: „Genau wie bei den Verlusten sind auch Jahre mit so vielen richtig guten Tagen selten“, so Lehmann. 2020 stieg der US-Index 32 Mal um mehr als 3 Prozent – nur in fünf Jahren seit 1928 kam das häufiger vor.

Die Anzahl der ruhigen Tage mit einer Performance von -0,5 bis 0,5 Prozent waren dagegen im vergangenen Jahr selten. Gerade Mal in 12 von 92 Jahren gab es weniger ruhige Tage als 2020, analysiert der HQ-Trust-Fondsmanager.

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