Suche
Lesedauer: 3 Minuten

Ergo-Umfrage So viele Versicherungskunden würden mehr für Nachhaltigkeit zahlen

Ein Affe im tropischen Regenwald in Vietnam
Ein Affe im tropischen Regenwald in Vietnam: Viele Versicheurngskunden würden Mehrkosten für nachhaltigere Versicherungen in Kauf nehmen. | Foto: Pexels

Die Deutschen legen immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit, auch bei Finanz- und Versicherungsprodukten. Das zeigt eine Online-Umfrage unter 2.078 Personen, die das Marktforschungsinstitut Yougov im Auftrag der Ergo Versicherung durchgeführt hat.

Die Verantwortung für die Umsetzung von Nachhaltigkeit sehen die meisten Befragten (73 Prozent) eindeutig bei jedem Einzelnen (73 Prozent). 62 Prozent der Umfrageteilnehmer versuchen auch selbst, nachhaltig zu leben. Wichtigster Ansatzpunkt ist für sie der Konsum (77 Prozent) zum Beispiel durch Konsumverzicht, den Kauf nachhaltiger Produkte oder Recycling. An zweiter Stelle folgt Wohnen (60 Prozent) und beinhaltet zum Beispiel das Sparen von Heizkosten, den Einbau von Solarpanels oder die energieeffiziente Sanierung.

Bei der generellen Auswahl von Produkten und Anbietern achten 55 Prozent auf Nachhaltigkeit als eines von mehreren Kriterien. Und: Für 9 Prozent der Befragten ist Nachhaltigkeit sogar das wichtigste Kriterium.

Nur 13 Prozent nachhaltig bei Versicherungen und Finanzen

53 Prozent der Befragten sehen die Verantwortung für eine nachhaltigere Welt bei der Wirtschaft und 51 Prozent bei der Politik. Wichtigen politischen Ereignissen wie der Weltklimakonferenz schreiben hingegen nur 34 Prozent die Möglichkeit zu, wichtige Impulse für Nachhaltigkeit setzen zu können.

Auch die Einflussmöglichkeiten der Versicherungswirtschaft werden unterschätzt. Von den 62 Prozent der Befragten, die versuchen nachhaltig zu leben, geben nur 13 Prozent an, dies bei Finanzen und Versicherungen zu versuchen.

Verhaltenskodex, Datenschutz, Umweltfreundlichkeit

Fragt man jedoch gezielt nach der Bedeutung von Nachhaltigkeit für die Auswahl eines neuen Versicherers, steigt die Zustimmung: Immerhin 45 Prozent der Deutschen ist es dann wichtig, dass das Unternehmen nachhaltig wirtschaftet. Auf die Frage, was sie sich genau darunter vorstellen, sagen 45 Prozent, eine gute Unternehmensführung sei wichtig, beispielsweise ein Verhaltenskodex für die Mitarbeiter oder ein verantwortungsvoller Umgang mit Kundendaten. Dann folgen nachhaltige Produkte und Services (31 Prozent), soziales Engagement (27 Prozent), ein umweltfreundlicher Geschäftsbetrieb (26 Prozent) und eine nachhaltige Kapitalanlage (21 Prozent).

Doch wie können Versicherer und ihre Produkte zu mehr Nachhaltigkeit beitragen? 49 Prozent der Befragten meinen, Versicherer könnten bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels helfen, zum Beispiel durch umweltfreundliche Gebäudesanierung, Versicherungsschutz für Hochwassergebiete oder Maßnahmen zum Gebäudeschutz vor Unwetterschäden. 46 Prozent schätzen, Versicherer könnten Anreize für die umweltfreundliche Nutzung von Geräten, Gebäuden und Autos schaffen, etwa durch die Förderung von Reparaturen statt Ersatz in der Schadensabwicklung.

Mehr zum Thema