Social Media: Besseres Image und mehr Umsatz für Finanzberater

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Andere Anbieter testen noch. Swiss-Life-Marketingexpertin Anke Seeger etwa prüft, inwieweit sich über Facebook Interessenten (Leads) über emotionale Angebote generieren lassen. Schließlich könne ein Versicherer bei Facebook nicht mit einem trockenen Versorgungslückenrechner ankommen: „Wir haben uns für ein Spiel mit einem Schutzengel entschieden, bei dem man drei seiner Facebook-Freunde vor dem Risiko Berufsunfähigkeit schützen kann.“

Ständiger Informationsfluss von Vorteil

Seeger stellt den Maklern zudem Ratgeber-Inhalte zur Verfügung. Diese können sie in ihre Social-Media-Profile einpflegen und so für ständigen Informationsfluss sorgen. Reichweite – manche Assekuranzen kommen derzeit auf 6.000 Fans bei Facebook – ist jedoch nicht zu verwechseln mit hoher Resonanz.

„Durchschnittlich schreibt nur rund ein Prozent der Fans innerhalb eines Monats auf die Pinnwand des Versicherers“, weiß Tobias Lampe. Der Projektleiter der Strategieberatung Keylens hat eine Benchmark-Studie zu Social Media erstellt und favorisiert Konzepte, die in nachhaltigen Dialog münden. Dann könnten Kundenbindung und Verkaufsförderung wirksam erhöht werden.

Zu Beginn sind jedoch oftmals Widerstände zu überwinden: Mangelnde Kontrolle und Angst vor Kritik lassen viele Berater und Unternehmen zögern. Eine offene Fehler- und Kommunikations-Kultur ist daher von Vorteil. Kontinuität führt letztlich zum Erfolg: Drei bis zwölf Monate sollte sich schon gönnen, wer einen zählbaren Effekt auf das eigene Geschäft erkennen will, weiß Xing-Experte Müller.

Mit steigendem Expertenstatus erfolgt bisweilen auch offline ein Effekt: „Sind Sie nicht Herr Müller von Xing?“, wurde der Berater auf der Straße angesprochen. Der Passant war Geschäftsführer einer Werbeagentur. Nach gegenseitigem Kennenlernen wurde er einige Monate später Kunde von Müller und dieser ist heute Kunde der Werbeagentur.

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