Soros gibt Deutschland drei Monate zur Euro-Rettung
Nach den Wahlen Mitte Juni werde die neu gebildete griechische Regierung zunächst versuchen, sich an die Sparzusagen gegenüber den internationalen Geldgebern zu halten, so Soros. Ein derart strenger Sparkurs werde aber nicht nur die griechische Wirtschaft zu Boden zwingen, sondern nach und nach in eine Deflationsspirale münden, die ausnahmslos alle Euro-Länder mitreißt. Zum Herbst hin, wenn sich die griechische Krise zuspitzt, werde also auch die deutsche Wirtschaft schwach dastehen. Dann werde es für Angela Merkel ungleich schwerer sein als jetzt, die Deutschen von der Notwendigkeit zusätzlicher Griechenland-Hilfen zu überzeugen.
Um die Katastrophe abzuwenden, forderte Soros einen Einlagensicherungsfonds für Europa sowie direkte Zugriffsmöglichkeiten für Banken auf den Euro-Rettungsfonds. Zudem müsse es Instrumente geben, die es hoch verschuldeten Ländern erlaubten, ihre Kreditkosten zu verringern.
Viel Hoffnung, dass die Bundeskanzlerin seine Ratschläge befolgt, habe er aber nicht, erklärte Soros. Er rechnet damit, dass die Krise die Europäische Union in ein „verlorenes Jahrzehnt" stürzt, wie es in den 1980er-Jahren in Südamerika der Fall war.
Damit rückt das angekündigte vierte Buch von dem legendären Finanzinvestor wohl in weite Ferne. Bei der Vorstellung seines dritten Buchs im April kündigte Soros nämlich eine Fortsetzung an – aber erst dann, wenn die Krise vorbei ist.
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