Soros lebt: Falschmeldung von Reuters entfacht Verschwörungstheorien

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Die Nachrichtenagentur Reuters hat in der Nacht zum Freitag einen vorgefertigten Nachruf auf die Investment-Legende George Soros veröffentlicht. Für Angaben zur Todesursache und dem Alter verwendete die Nachrichtenagentur den Platzhalter „xxx“. Das deutet darauf hin, dass die Meldung versehentlich online gestellt wurde.

Nachdem ein Mitarbeiter der Fondsgesellschaft Soros Fund Management die Meldung dementierte und dem 82-jährigen Großinvestor im Gespräch mit dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes „beste Gesundheit“ bescheinigte, entschuldigte sich Reuters und nahm die Meldung von der Website.

Doch da war es schon zu spät: Neben den Medien, die die Falschmeldung aufgriffen, meldeten sich nun auch zahlreiche Verschwörungstheoretiker zu Wort. Viele stören sich an der Formulierung, die Soros als „räuberischen und ungeheuerlich erfolgreichen Geldgeber und Investor“ bezeichnet.

„Sowas kann gar nicht versehentlich geschehen sein. Das ist wohl eher als bizarre Drohung zu verstehen“, kommentiert der Leser mit dem Spitznamen „Skandalos“ die Meldung auf der Website der „Deutschen Wirtschaftsnachrichten“. „Es sind schon andere Menschen unerwartet zu Tode gekommen, sei es durch eine Übernachtung in einem Schweizer Hotel oder eines Fallschirmsprungs“, stimmt „Dagmar“ zu.

Der Deutsche-Wirtschaftsnachrichten-Leser mit dem Spitznamen „Frame“ sieht in der versehentlichen Falschmeldung ebenfalls eine Morddrohung gegen den berühmten Finanzinvestor. Die Meldung „liest sich nicht wie ein Nachruf auf einen Toten, sondern eine Hetzschrift zum Aufstacheln der unbedarften Leserschaft“, schreibt er. Seine Vermutung: „Herr Soros ist bei seinen Bilderberger-Freunden in Ungnade gefallen, wofür auch immer, und das war eine Mitteilung an ihn ‚Du bist tot‘”.

Auch das „Handelsblatt“ bleibt nicht von Verschwörungstheorien verschont. „In unserer heutigen Welt passiert 'nichts' zufällig“, schreibt der Nutzer „Germarc“. Die Welt werde bald eine andere sein, ist er überzeugt. Die Vorgänge in Boston und die Explosion der Düngemittelfabrik seien nur Vorboten.

„Wer die Abläufe in diesen Agenturen kennt, weiß, dass das alles andere als "versehentlich" passiert sein kann“, stimmt ihm „Rob Roy“ zu. Bevor eine solche Schlagzeile freigeschaltet werde, „gucken da ganze Heerscharen an Kontrollern drüber“.

Dies ist nicht die erste Verschwörungstheorie um den berühmten Investor, die im Internet heiß diskutiert wurde. Vor etwa einem Jahr meldete ein Twitterer namens Tom Heneghan, Russland habe einen Haftbefehl gegen Soros beantragt, da der Finanzinvestor bestimmte Derivate auf ausländische Währungen „zum Zweck eines Angriffs auf den russischen Aktienmarkt“ missbraucht habe. Auch diese offensichtlich nicht ganz ernst gemeinte Meldung führte zu heftigen Diskussionen im Netz.

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