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S&P Capital IQ: Ausblick für die europäische Baubranche

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Für 2013 erwarten wir einen Rückgang der Bauprojekte in der Eurozone von 0,4 Prozent und die Auswirkungen der europäischen Sparpolitik sind bereits zum Großteil in die globalen Leitindikatoren eingepreist. Insgesamt hat die Baubranche im Hinblick auf ihre Bilanzen zwar gute Fortschritte gemacht. Trotzdem liegt der Sektor derzeit vier Prozent unterhalb des S&P Europe 350 Index (Stand: 30. November 2012).

Auch angesichts der großen Abhängigkeit der Branche von Europa, wo sie 2012 rund 68 Prozent ihrer Einnahmen erwirtschaftete, halten wir es für möglich, dass der Index noch weiter unterschritten wird, bevor es zu einer Erholung kommen kann. Die Staatsfinanzen in Europa sind knapp – daher ist auch nicht mit einer Zunahme von staatlichen Bauaufträgen zu rechnen. Potenzial in dieser Hinsicht sehen wir dagegen in den Emerging Markets und in den USA.

Die europäischen Bauunternehmen müssen sich derzeit vor allem mit vier Themen auseinandersetzen: Sparpolitik, Schuldenabbau, Diversifizierung und Dividenden. Die politischen Sparmaßnahmen haben einen negativen Einfluss auf den gesamten Sektor. Denn ein Schuldenabbau zur Bilanzverbesserung geht immer auch mit einem Wiederanlagerisiko einher.

Engagement in den Emerging Markets sowie eine Diversifizierung der Unternehmensangebote in Richtung nichtbauspezifischer Bereiche sehen wir allerdings als lohnenswert an – dadurch können stabile Cashflows generiert werden, die wiederum zu höheren Dividenden führen.

Langfristig attestieren wir vor allem denjenigen europäischen Bauunternehmen gute Aussichten, die in den Schwellenländern engagiert sind. Wir gehen davon aus, dass es in diesen schnell wachsenden Volkswirtschaften einen großen Bedarf an einem Ausbau der Infrastruktur gibt. Die Emerging Markets zeichnen sich durch eine aufstrebende Mittelklasse, schnelle Urbanisation und zunehmende soziale wie ökologische Herausforderungen aus.

Davon können Bauunternehmen auch in Zukunft profitieren. Insbesondere Unternehmen wie beispielsweise Skanska, Hochtief und Ferrovial, die bereits vor Beginn der globalen Finanzkrise ihre Positionen in Lateinamerika und der asiatisch-pazifischen Region ausgebaut haben, gehören heute zu den Gewinnern.

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