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Fracking-Arbeiter in Anthony, Kansas: Die Öl- und Gasindustrie wird die nächste Pleitewelle in den USA anführen, sind sich S&P-Analysten sicher. | © imago images / ZUMA Press Foto: imago images / ZUMA Press

S&P über Hochzinsanleihen

Rating-Agentur rechnet mit 10 Prozent Ausfällen

Die Rating-Agentur Standard & Poor’s (S&P) malt für das laufende Jahr für US-Hochzinsanleihen ein düsteres Bild. Einer aktuellen Analyse zufolge werde die rollierend über zwölf Monate ermittelte Ausfallrate (Default Rate) in den USA auf satte 10 Prozent steigen. Im pessimistischen Szenario zieht sie sogar auf 13 Prozent an. Im Dezember 2019 hatte sie für die davor liegenden zwölf Monate bei lediglich 3,1 Prozent gelegen.

Unter den Begriff Hochzinsanleihen (auch: High Yield Bonds) fallen Anleihen von Schuldnern mit einem S&P-Rating von BB+ oder tiefer. Alle Anleihen darüber bezeichnet man als Investment Grade.

Zuletzt lag die Ausfallrate im Jahr 2009 im zweistelligen Bereich, nämlich bei 12,1 Prozent, gemessen im November. Damals war das noch eine Nachwirkung der Finanzkrise.

Jetzt rechnen die S&P-Analysten wegen der Corona-Virus-Pandemie mit einer kräftigen Rezession. Parallel dazu sei der Hochzinsmarkt in den USA ohnehin schon besonders anfällig für Liquiditätsengpässe und einbrechende Unternehmensgewinne. Emittenten mit sehr niedrigen Ratings, also B- und tiefer, machten mehr als 30 Prozent des Universums aus. Laut S&P ist das mehr als jemals zuvor.

Ausfallraten für US-Hochzinsanleihen (Quelle: S&P Global Ratings, Grafik vergrößern)

Grundsätzlich gehen die Analysten davon aus, dass die Rezession die ersten zwei Quartale des Jahres einnimmt und sich die Wirtschaft dann wieder erholt. Sollte das aber nicht funktionieren und die Rezession, mit Liquiditätsengpässen gepaart, länger dauern, würde das die Kurse noch weiter drücken als jetzt schon und die Ausfallraten auf ein 40-Jahres-Hoch treiben. Wie hoch das wäre, lassen die S&P-Leute offen. Allerdings liegt das bisherige Hoch seit 1981 für rollierende Zwölf-Monats-Zeiträume bei 12,6 Prozent im Jahr 1991.

Allerdings räumen die Analysten ein, dass die Datenlage derzeit noch sehr dünn ist, was jede Prognose schwierig macht.

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