Es ist der größte Börsengang der Geschichte: SpaceX startet an der Nasdaq, Tickerkürzel SPCX. Der Ausgabepreis liegt bei 135 Dollar je Aktie – am unteren Ende der zuvor kommunizierten Spanne von 135 bis 162 Dollar. Daraus ergibt sich eine Bewertung von rund 1,77 Billionen Dollar, mehr als beim bisherigen Rekord-IPO von Saudi Aramco im Jahr 2019. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf 75 Milliarden Dollar.
Während deutsche Anleger die Aktie des Raumfahrt- und Satellitenkonzerns von Elon Musk damit erstmals kaufen können – ist SpaceX für viele Fondsanleger in den USA und Großbritannien ein alter Bekannter.
Das zeigt eine Auswertung des Analysehauses Morningstar: Zum Stichtag 10. Juni, zwei Tage vor dem Börsengang, hielten 100 offene Fonds, zehn geschlossene Fonds und vier ETFs Anteile an dem nicht börsennotierten Unternehmen – darunter Venture-Capital-, Private-Equity- und Growth-Strategien. Zusammen kamen sie auf ein Volumen von etwa 37 Milliarden Dollar.
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SpaceX in Fonds von Baron Capital hoch gewichtet
Den größten Anteil in Fonds hält das US-Investmenthaus Baron Capital. Im Flaggschiff Baron Partners Fund, rund 18,6 Milliarden Dollar schwer, machte SpaceX zuletzt 37,4 Prozent des Portfolios aus. Auch der Baron Asset Fund (25,5 Prozent), der Baron Focused Growth Fund (21,2 Prozent) und der Baron Global Opportunity Fund (20,6 Prozent) setzten mit hohen Gewichtungen auf das Unternehmen.
Dahinter folgen die britischen Investment Trusts Scottish Mortgage (19,3 Prozent SpaceX-Anteil) und Baillie Gifford US Growth Trust (14,9 Prozent). Scottish Mortgage ist seit Juni 2025 auch in Deutschland zum Vertrieb zugelassen und an deutschen Börsen handelbar – für hiesige Anleger bislang ein liquider Umweg zu einer SpaceX-Beteiligung.
Auch Branchengrößen wie Fidelity sind dabei: Der 177 Milliarden Dollar schwere Fidelity Contrafund hielt eine kombinierte Position in SpaceX, OpenAI und Anthropic von rund 5 Prozent.
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Wie Publikumsfonds an Privatunternehmen kommen
Möglich machen das mehrere Mechanismen, die vor allem dem US-Fondsrecht zu verdanken sind. Amerikanische Publikumsfonds dürfen bis zu 15 Prozent ihres Vermögens in illiquide Anlagen stecken – darunter Anteile an Privatunternehmen, die sie über Finanzierungsrunden oder den Sekundärmarkt erwerben. Geschlossene Vehikel wie Investment Trusts müssen keine täglichen Rücknahmen bedienen und können noch höhere Quoten fahren. Und selbst ETFs wie die von Ark Invest oder Alger halten kleine Positionen – teils direkt über Privatplatzierungen, teils indirekt über Zweckgesellschaften, sogenannte SPVs.
„Der Zugang von Anlegern zu führenden Privatmarktunternehmen wie SpaceX, OpenAI und Anthropic läuft zunehmend über Fonds – insbesondere über offene Vehikel sowie eine wachsende Zahl geschlossener und weniger liquider, intervallartiger Strukturen“, sagt Monika Calay, Analystin bei Morningstar. „Diese Vehikel schlagen eine Brücke zwischen öffentlichen und privaten Märkten.“
Für europäische Privatanleger blieb dieser Markt dagegen weitgehend verschlossen: Ucits-Fonds dürfen maximal 10 Prozent in nicht börsennotierte Wertpapiere investieren – eine Quote, die deutsche Anbieter für Pre-IPO-Beteiligungen kaum nutzen. In der Morningstar-Liste taucht entsprechend kein einziger deutscher Publikumsfonds auf.
Was sich mit dem Börsengang ändert
Mit der Notierung werden die bislang nicht handelbaren Anteile der Fonds zu frei handelbaren Aktien. Sofort versilbern können die Fonds diese allerdings nicht: Für Altaktionäre gibt es sogenannte Lock-up-Fristen, sie dürfen ihre Anteile erst später – und in mehreren Stufen – verkaufen. Das soll den Kurs stabilisieren. Zum Handelsstart sind ohnehin nur rund 4 Prozent der Aktien überhaupt im Umlauf.
SpaceX ist dabei nur der Auftakt: Mit OpenAI und Anthropic könnten noch in diesem Jahr zwei weitere Mega-IPOs folgen – ebenfalls mit Profiteuren aus der Fondswelt. An OpenAI waren zum Stichtag 89 Fonds und ETFs beteiligt, an Anthropic sogar 131.