Jan Stig Rasmussen

Jan Stig Rasmussen

Sparinvest: „Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte Europas“

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DAS INVESTMENT.com: Sie passen Ihre Vertriebsstruktur in Deutschland dem Marktumfeld an. Es ist von einem Rückzug aus Deutschland zu lesen.

Jan Stig Rasmussen:
Deutschland ist und bleibt für uns einer der wichtigsten Märkte in Europa. Daher ist auch nicht korrekt, von einem Rückzug aus Deutschland zu sprechen – primär geht es uns um eine konsequente Anpassung.

DAS INVESTMENT.com:
Was sind denn die Gründe für diese Veränderungen?

Rasmussen: Das derzeitige Marktumfeld fordert ein Neudenken bei der Organisation unseres grenzüberschreitenden Fondsvertriebs. Auch im Hinblick auf eine weitere Fokussierung auf das institutionelle / semi-institutionelle Geschäft haben wir es für erforderlich gehalten, unser Vertriebsteam für den deutschen Markt konsequenter auszurichten. Luxemburg wird hier zukünftig eine noch zentralere Rolle übernehmen.

DAS INVESTMENT.com: Sie fokussieren das Geschäft?

Rasmussen:
Wir nennen es „one point of Entry“. Wir können es uns in einem harten Wettbewerb nicht leisten, uns nicht weiterzuentwickeln. Wir müssen rechtzeitig auf unser Marktumfeld reagieren. Abläufe im Unternehmen wurden vielfach von kleineren individuellen Abteilungen und Einheiten umgesetzt. Das ist nicht unbedingt effizient. Wir müssen uns stärker auf unser Kerngeschäft fokussieren. Das ist ganz klar das Asset Management. Alle Dienst- und Serviceleistungen um das Asset Management herum werden künftig zentral gesteuert und optimal umgesetzt.  

DAS INVESTMENT.com:
Welche Bereiche erfordern Ihre Aufmerksamkeit?

Rasmussen: Ich gebe ihnen ein Beispiel. Wir haben etwa in Dänemark jeweils einen Vertriebsleiter für Banken und einen für institutionelle Kunden. Das ist nicht sinnvoll, weil beide Kundenbereiche zu große Schnittmengen haben und  eine Trennung dieser Funktionen keine effizienten Prozesse erlaubt. Daher führen wir nun diese Vertriebsleitung zusammen. Dies wird zukünftig mein Kollege Peter Møller Lassen übernehmen. Alles aus einer Hand. Das ist straff und effektiv. Andere Zusammenführungen finden etwa im IT- und Marketingbereich statt. Heutzutage bringt es wenig, sich breit aufzustellen. Eine spitze Aufstellung ist heute viel zielführender.

DAS INVESTMENT.com:  Gleichwohl ist der Fondsabsatz besonders in Deutschland rückläufig und ein Vertrieb sehr schwierig.

Rasmussen: Das ist richtig. Das Geschäft ist derzeit sehr schwierig. Aber kurzfristige Momentaufnahmen sind nicht unsere Sache. Weder im Fondsmanagement und auch nicht im operativen Geschäft. Das wäre ja blinder Aktionismus. Wir mögen langfristige Strategien. Unser Programm „Vision 2017“ steht für eine Internationalisierung von Sparinvest. Dafür ist Luxemburg unsere Plattform.

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