Sparkassen-Vorstände verdienen mit 402.000 Euro im Median mehr als doppelt so viel wie Manager bei anderen öffentlichen Unternehmen. 91 Vorstände erhalten über eine Million Euro Jahresgehalt. Das zeigt die aktuelle „Public-Pay-Studie 2025“ der Zeppelin-Universität Friedrichshafen.
Die fünf wichtigsten Erkenntnisse der Public-Pay-Studie
1. Sparkassen-Vorstände liegen mit 402.000 Euro Jahresgehalt an der Spitze
Die Vorstandsmitglieder bei Sparkassen verdienten 2023 im Median 402.000 Euro – mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt anderer öffentlicher Unternehmen (172.000 Euro) und 12.000 Euro mehr als bei der Vorjahres-Auswertung. Damit sind sie die Topverdiener im öffentlichen Sektor, noch vor Vorstandsmitgliedern bei Flug- und Seehäfen (330.000 Euro) oder Stadtwerken (256.000 Euro).
2. Große Gehaltsunterschiede je nach Institutsgröße
Die Bandbreite innerhalb der Sparkassen ist enorm: In kleineren Häusern mit weniger als 226 Beschäftigten liegt das durchschnittliche Jahresgehalt der Führungskräfte bei 294.000 Euro, in großen Instituten mit mehr als 678 Beschäftigten sind es 547.000 Euro.
3. Vorständinnen verdienen mehr als ihre männlichen Kollegen
Ein überraschender Befund: Während Vorständinnen im Median 498.000 Euro erhielten, bekamen ihre männlichen Kollegen 400.000 Euro. Das ist branchenübergreifend ungewöhnlich – im Schnitt aller öffentlichen Sektoren verdienen Frauen in Spitzenpositionen mit 149.000 Euro deutlich weniger als Männer (177.000 Euro).
4. 91 Vergütungsmillionäre bei den großen Sparkassen
Bei den 80 größten Sparkassen gab es 2023 immerhin 91 Vorständinnen und Vorstände, die eine Million Euro und mehr verdienten. Im Jahr zuvor waren es sogar 99 Spitzenverdiener. Häufig hängt dies mit üppigen Pensionszusagen zusammen – bei der Sparkasse Reutlingen machten die jährlichen Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen beispielsweise 62 Prozent der siebenstelligen Gesamtvergütung aus.
5. Wissenschaftler fordert mehr Transparenz
„Im Branchenvergleich, zum Beispiel im Verhältnis zu großen Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerken, liegt die Vergütung bei Sparkassenvorständen auffällig hoch“, sagt Studienautor Ulf Papenfuß von der Zeppelin-Universität. Er sieht Transparenz als „wesentlichen Faktor für Vertrauen in den Staat und öffentliche Institutionen“.
Sparkassenverband wehrt sich
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) findet den Vergleich mit anderen öffentlichen Unternehmen laut Handelsblatt „irreführend“. „Aussagefähige Vergleiche lassen sich nur innerhalb einzelner Berufsgruppen treffen“, argumentiert der Verband. Sparkassen stünden auf allen Ebenen im Wettbewerb mit anderen Banken um die fähigsten Köpfe.
Methodik der Studie
Für die Untersuchung wurden die 2023 gezahlten Gehälter von mehr als 7.000 öffentlichen Unternehmen unterschiedlicher Branchen geprüft. Die Berechnung für den Durchschnittswert bei den Sparkassen beruht auf den Vergütungsangaben für gut 500 Personen. Die Studie erfasst allerdings nicht die oft umstrittenen Pensionszusagen, die einen erheblichen Teil der Gesamtvergütung ausmachen können.
Sparkassen punkten bei Nachwuchskräften
Die attraktiven Gehälter in der Sparkassen-Finanzgruppe machen sich vielleicht auch bei der Nachwuchsgewinnung bemerkbar: Für das Ausbildungsjahr 2024/2025 meldete die Gruppe 6.838 Neueinstellungen – bei einem Anstieg der Bewerberzahlen um 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie eine Auswertung vom Dezember 2024 zeigt. Mehr als die Hälfte aller Bankkaufleute in Deutschland absolviert ihre Ausbildung bei der Sparkassen-Finanzgruppe.

