Logo an einer Sparkassenfiliale. Es sei nicht auszuschließen, dass möglicherweise auch Privatkunden bald Negativzinsen auf ihre Einlagen bei Sparkassen zahlen müssen, sagt Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe  Foto: Getty Images

Sparkassenpräsidentin

Negativzins für Kleinkunden? „Ausschließen kann ich das nicht“

In Zeiten von extremen Niedrigzinsen haben Banken immer größere Schwierigkeiten, ihre eigenen Kosten zu stemmen. Ein kostenloses Girokonto galt Bankkunden bis vor einiger Zeit noch als eine Selbstverständlichkeit. Gegenfinanziert wurden die Angebote durch die Ausreichung von Krediten und dadurch auskömmliche Zinseinnahmen der Institute auf der anderen Seite.

Doch diese Einnahmen schnurren in Niedrigzinszeiten zusammen. Obendrein müssen Banken selbst 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank lagern wollen.

Angesichts der Zinssituation müssten Geldinstitute auch neue Ertragsquellen in Betracht ziehen, sagte jetzt die frisch angetretene Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Liane Buchholz, im Interview mit dem Handelsblatt: Auch Negativzinsen für Privatkunden von Sparkassen möge sie nicht mehr ganz ausschließen, so Buchholz.

Bislang sind zumindest die Privatkunden von Sparkassen von Negativzinsen auf ihre Einlagen verschont geblieben. Im Gegensatz zu Großkunden: Diese müssen seit kurzem bei einigen Instituten des Verbunds Strafgebühren berappen.

Aber auch Privatkunden sind bereits von veränderten Gebührenmodellen  betroffen: 44 Institute aus dem Sparkassenverbund erheben mittlerweile Gebühren für das Abheben von Bargeld. Zwischen 29 Cent und einem Euro können fällig werden, wenn Kunden sich mit Geld aus dem Automaten versorgen wollen. Bei welchen Instituten das der Fall ist, hat kürzlich das Online-Portal Biallo.de zusammengetragen.

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