Sparprämie statt Mini-Zinsen

Sparkassen-Chef fordert Bonus für deutsche Sparer

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„Absurder Populismus“ und „1.April“ – so reagieren Finanz-Twitterer auf die Idee des Präsidenten des Sparkassenverbands Baden-Württemberg Peter Schneider. Angesichts dauerhaft niedriger Zinsen fordert der eine Prämie für deutsche Sparer, schreibt die Südwest Presse. Woher das Geld kommen soll? Schneider argumentiert, dass der Staat eh Zinsen erhalte, wenn er einige Anleihen verkauft. Dieses Geld sollte der Fiskus getrost an die Sparer weiterreichen.

Wie hoch der Gewinn für Sparfüchse ausfallen soll? Wer im Jahr bis zu 1.200 Euro auf ein Prämiensparbuch (zum Zinssatz von 0,1 bis 0,5 Prozent) anspart, soll eine Prämie von 5 Prozent erhalten. Bei einer Laufzeit von sieben Jahren wären damit 420 Euro drin, rechnet der Chef der Südwest-Sparkassen vor. Den Staat würde das eine Milliarde Euro jährlich kosten, wenn man davon ausgeht, dass 20 Millionen Kunden die Prämie in Anspruch nehmen.

Schneider habe die Idee nicht mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband abgestimmt, schreibt die Sparkassen-Zeitung. Trotz niedriger Zinsen stiegen die Kundeneinlagen in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr auf 123,6 Milliarden Euro. Noch sei für viele Kunden Sicherheit wichtiger als die Höhe der Zinsen, sagte Schneider. Der Gewinn der Sparkassen stieg um gut ein Drittel auf 1,1 Milliarden Euro. Dies habe unter anderem daran gelegen, dass die Institute Risikovorsorge für Kredite auflösen konnten und die Wertpapiere in der eigenen Bilanz an Wert gewannen, so Schneider in Stuttgart.

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