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Sparsamkeits-Studie: Elternhaus ist entscheidend

44 Prozent der 18- bis 39-Jährigen in Deutschland haben kein Interesse an Geldangelegenheiten. Sie betrachten die Auseinandersetzung mit Finanzthemen zwar als notwendig, fühlen sich aber von den Informationsangeboten offensichtlich zu wenig angesprochen Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des F.A.Z.-Instituts unter mehr als 1.000 unter 40-Jährigen.

Geringverdiener häufig überfordert

Jeder sechste Befragte fühlt sich bei Finanzfragen überfordert und hat bereits kapituliert. Dies trifft insbesondere für Geringverdiener zu: In dieser Gruppe verbindet fast jeder Dritte Geld mit Arbeit und Problemen.
69 Prozent sagen, dass es ihnen wichtig sei, für schlechte Zeiten zu sparen. 73 Prozent der Befragten legen sich eine eiserne Reserve zu, 65 Prozent sparen sehr konkret auf eine eher mittelfristig geplante Anschaffung. Die Absicherung von Risiken ist für 71 Prozent das Ziel, 66 Prozent zahlen in ihre private Altersvorsorge ein, 39 Prozent bilden Sparreserven für einen Immobilienkauf.

Risiko- und Altersvorsorge ohne Finanzpolster

Dabei stellten die Forscher teilweise unsinnige zeitliche Rangfolge bei den Sparstrategien fest. Denn jeweils knapp 50 Prozent der Befragten, die Risiko- und Altersvorsorge betreiben, bauen keine Geldreserven für Notfälle oder mittelfristige Ziele auf. Bei den Immobiliensparern verfügen 8 Prozent nicht über einen Notgroschen. Dies könnte problematisch werden, wenn bei unvorhergesehenen finanziellen Engpässen angespartes Geld nicht schnell verfügbar ist oder nur mit Verlust liquide gemacht werden kann. „Ökonomisch sinnvoller ist es, zunächst ein Finanzpolster für Notfälle aufzubauen und dann die anderen Ziele zu verfolgen“, sagt DSGV-Präsident Heinrich Haasis.

Welche Bedeutung ein Mensch dem Sparen zuschreibt, ist unter anderem von seinen Erfahrungen im Elternhaus abhängig. Bei denjenigen, die von ihren Eltern Sparsamkeit vorgelebt bekamen, sparen drei Viertel ebenfalls wieder für schlechte Zeiten. Wurde im Elternhaus ein weniger sparsamer Umgang mit Geld gelebt, liegt der Anteil nur bei gut der Hälfte.

Dies gilt auch für die Entwicklung eines grundsätzlichen Interesses an Geldangelegenheiten: Mehr als drei Viertel der Befragten, die sich gern mit Geld beschäftigen, kommen aus Haushalten, in denen die Eltern Wert darauf gelegt haben, sich aktiv um ihr Geld zu kümmern.

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