Volker Leienbach

Volker Leienbach

Spiegel-Bericht: Privatversicherte flüchten in GKV, Verband dementiert

//
Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zitiert etwa Wilfried Jacobs, Chef der AOK Rheinland/Hamburg, mit der Aussage, es häuften sich Anrufe von Privatversicherten, die zur AOK wechseln wollten. Bei der Barmer GEK seien im Lauf des vergangenen Jahres rund 27.600 Versicherte von der privaten Konkurrenz als Neukunden gekommen, rund 9 Prozent mehr als 2010. Eine ähnliche Tendenz habe die Techniker Krankenkasse bestätigt, die 2011 rund 68.000 Privatpatienten aufgenommen habe – fast 12 Prozent mehr als 2010.

Der Verband der privaten Krankenversicherer (PKV-Verband) protestiert gegen den Bericht im „Spiegel“. Eine angebliche Abwanderung einer zunehmenden Zahl von Privatversicherten in die gesetzliche Krankenversicherung
(GKV) gebe es nicht. „Jedes Jahr wechseln deutlich mehr Menschen aus der GKV in die private Krankenversicherung als in umgekehrter Richtung. Gegenteilige Behauptungen sind absurd und nachweislich falsch“, sagt Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbands.

„Wenn einzelne Vertreter gesetzlicher Krankenkassen versuchen, einen anderen Eindruck zu erwecken, ist das nicht seriös. Verschwiegen wird dabei die Zahl der gesetzlich Versicherten, die im selben Zeitraum in die Private Krankenversicherung streben“, so Leienbach weiter.

Um die Aussage zu untermauern, präsentiert der Verband eigene Zahlen.
2010

Übertritte zur PKV: 227.700
Abgänge zur GKV: 153.200
Saldo: + 74.500


2009
Übertritte zur PKV: 288.200
Abgänge zur GKV: 146.500
Saldo: + 141.700
2008
Übertritte zur PKV: 244.900
Abgänge zur GKV: 151.000
Saldo: + 93.900


2007
Übertritte zur PKV: 233.700
Abgänge zur GKV: 154.700
Saldo: + 79.000


2006
Übertritte zur PKV: 284.700
Abgänge zur GKV: 143.900
Saldo: + 140.800

„Abschließende Zahlen für das Jahr 2011 liegen uns zwar noch nicht vor, doch schon die Zwischenberichte zeigen, dass der Vorsprung der PKV in der Wanderungsbilanz gegenüber dem Vorjahr sogar noch gewachsen ist“, so Leienbach. „Von einem Abwanderungstrend kann also überhaupt nicht die Rede sein – das Gegenteil ist richtig.“

Zum Spiegel-Bericht geht es hier. Die Stellungnahme des PKV-Verbands dazu finden Sie hier.

Mehr zum Thema
Unisex-Tarife sollen nicht für Versicherungsbestände gelten Pflege-Reform: „Der Politik fehlt der Mut“PKV: Central wechselt Vorstände aus