S&P’s Abschussliste: Die Euroländer mit düsterem Ausblick

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Den jüngsten Streich bringt die S&P-Analysten am 20. Mai, als sie den Ausblick für Italien auf „negativ“ senkt. Das heißt frei übersetzt, dass das offizielle Rating von derzeit A+ in naher Zukunft sinken wird. S&P begründete den Schritt mit der schwachen Wirtschaft und Zweifeln, dass Italien sein Schuldensenkungsprogramm durchziehen kann. Das Finanzministerium mokiert sich, S&P habe keine Beispiele für seine Thesen. Ohne Erfolg.

Für wen es demnächst abwärts geht

Vier weitere Euroländer stehen bei S&P auf der Liste mit negativem Ausblick. Für Griechenland senkt es Anfang Mai das Rating um zwei Stufen auf B. Der negative Ausblick bleibt. Grund: Es sei wahrscheinlicher geworden, dass Gläubiger die Laufzeiten von Griechenlands Krediten verlängern. Und das ist nach S&P’s Maßstab zumindest ein Teilausfall.

Spaniens Rating rutscht am 28. April um eine Stelle auf AA hinab. Das ist immerhin noch die drittbeste Note. Der Ausblick bleibt laut S&P trotzdem negativ. Nachdem das kreditfinanzierte Wachstum vorbei sei, werde nun eine schwache Wirtschaftsphase folgen.

Portugal kratzt seit 29. März am Investment-Grade-Limit. Geht es vom aktuellen BBB- tiefer, gelten Portugals Anleihen offiziell als spekulativ. Das könnte bald passieren, denn den Ausblick hält S&P weiterhin auf „negativ“.

Nicht zu den PIIGS-Ländern gehört dagegen Belgien. Auch dessen Ausblick ist seit 14. Dezember 2010 offiziell trübe. Gründe sind die politische Ungewissheit – Belgien hat seit fast einem Jahr keine Regierung – und der hohe Schuldenstand. Das Land hat bald Schulden in Höhe eines kompletten Jahres-Bruttoinlandsprodukts. Aktuell liegt Belgiens Rating bei AA+.

Irlands Ausblick ist dagegen „stabil“ und liegt mit BBB+ sogar zwei Stufen über dem Portugals.

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