Egon Wachtendorf (Redakteur)Lesedauer: 3 Minuten

Reiche Beute Squad Aguja Opportunities wird zum Fondsklassiker

Porsche bei einem Autorennen in Moskau
Porsche bei einem Autorennen in Moskau: Die Aktie der Sportwagenschmiede gehört zu den größten Positionen im Squad Aguja Opportunities. | Foto: imago images / ZUMA Wire

Na bitte, es geht doch. Ein Fondsname, der mit einem Großbuchstaben beginnt, auf weitere Versalien oder sonstigen sprachlichen Schnickschnack verzichtet, einigermaßen locker über die Zunge geht und noch dazu die richtigen Assoziationen weckt. Vorausgesetzt natürlich, man weiß, dass Agujas eine südamerikanische Adlerart sind, die ihre Beute bevorzugt zu zweit aus dem Sturzflug heraus zur Strecke bringt.

Beute ist für Fabian Leuchtner und Dimitri Widmann – wie sollte es anders sein – gleichbedeutend mit Rendite. Die versuchen die beiden Manager des Ende 2016 gestarteten Mischfonds Squad Aguja Opportunities (ISIN: DE000A2AR9B1) überall aufzuspüren, also auch an Orten, an denen sie von anderen schon mal übersehen wird. Und besonders gern schlägt das Aguja-Duo zu, wenn es ein asymmetrisches Rendite-Risiko-Profil ausgemacht hat – einer unter Umständen einmaligen Chance also ein vergleichsweise geringes Risiko gegenübersteht.

Ihrem auf Gelegenheiten lauernden Ansatz haben Leuchtner und Widmann seit Beginn der Corona-Pandemie alle Ehre gemacht. So brach der Squad Aguja Opportunities zwar bis Ende März 2020 im Gleichklang mit vielen anderen Mischfonds um fast 20 Prozent ein. Dem Abwärtsknick schloss sich jedoch eine fast schon sensationelle Erholung an (siehe Chart). Eine Entwicklung, die nun mit der Aufnahme in die Riege der 100 Fondsklassiker von DAS INVESTMENT belohnt wird.

Quelle: Morningstar

Für den Erfolg kamen mehrere Faktoren zusammen. So sicherten Leuchtner und Widmann in der Krise das allgemeine Markrisiko zum Teil ab, hielten aber an ihren Favoriten fest und stockten diese vereinzelt sogar deutlich auf. Dabei landeten sie mehrere Volltreffer. Etwa mit der Aktie des Münchner Technologie-Dienstleisters Allgeier, dessen separat an die Börse gebrachte Beratungs-Tochter Nagarro den Wert des eigenen Beteiligungspakets quasi über Nacht verfünffachte. Noch stärker schlug die Aktie des sozialen Netzwerks Pinterest ein, die zwischen März 2020 und Februar 2021 von 11 auf 85 Dollar sprang. Die Liste ließe sich noch fortsetzen. „Insgesamt haben im vergangenen Jahr 18 Investments einen Performance-Beitrag von mehr als einem Prozent geliefert“, berichtet Leuchtner nicht ohne Stolz.

Durch Fehlbewertungen ermöglichte Gewinne einzufahren ist die eine Sache. Sich von einer den fairen Wert erreichten Beteiligung konsequent zu trennen, die andere. In diesem Punkt stehen Leuchtner und Widmann jedoch prominenten Vorbildern wie Warren Buffett, Joel Greenblatt oder Bert Flossbach – beide arbeiteten vor dem Sprung in die Selbstständigkeit drei Jahre lang im Team des Kölner Vermögensverwalters – in nichts nach.

So haben sie Allgeier und Nagarro inzwischen komplett verkauft sowie Pinterest deutlich reduziert. Aktuell gehören dafür Porsche und der französische Computerspiel-Entwickler Focus Home zu den größten Einzelpositionen. Auf der Rentenseite dominieren Wandelanleihen. „Im Gegensatz zu klassischen Anleihen sind diese in der Regel deutlich weniger zinssensitiv, bieten aber dennoch deutlich mehr Stabilität als Aktien“, erklärt Leuchtner. Nicht zuletzt aufgrund vieler Übernahmesituationen sieht er das aktuelle Börsenumfeld weiter als „äußerst spannend für Stockpicker“ an.

Wie immer, wenn in der Liste der 100 Fondsklassiker ein Teilnehmer hinzukommt, muss ein anderer die Gruppe verlassen. In diesem Fall ist es der First Private Wealth (DE000A0KFTH1), der in den vergangenen zwei Jahren nur noch bedingt zu überzeugen wusste.

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