Sabine Groth (Freie Autorin)Lesedauer: 2 Minuten

Altersvorsorge mit Immobilien Staatliche Förderung mehrheitlich gewünscht

Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds Real Estate Development
Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds Real Estate Development: "Die Politik vernachlässigt die Förderung der Eigentumsbildung." | Foto: The Grounds Real Estate Development AG

Die selbst genutzte Immobilie ist das wichtigste Altersvorsorgeinstrument neben der gesetzlichen Rente. Dies ist ein Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage, die das Meinungsforschungsunternehmen Civey im Auftrag von Industria Wohnen und The Grounds durchgeführt hat. 38 Prozent der befragten 18- bis 64-Jährigen sorgen mit der selbst genutzten Immobilie vor, 30 Prozent über die betriebliche Altersvorsorge und auf Platz drei liegen mit 23 Prozent Wertpapiere wie Aktien, Investmentfonds und ETFs.

Von den Befragten, die mit Immobilien und Immobilienanlagen vorsorgen, setzen 74,4 Prozent auf die selbst genutzte Immobilie, 45,5 Prozent auf vermietete Objekte. Bei den indirekten Vorsorge-Investments dominieren die offenen Immobilienfonds (8,9 Prozent), gefolgt von geschlossenen Immobilienfonds (6,5 Prozent) und Immobilienaktien (3,9 Prozent).

Mehr als der Hälfte der Befragten (57 Prozent) ist der Besitz von einer oder mehreren Immobilien für die Altersvorsorge wichtig oder eher wichtig. Ein gutes Drittel kann gut darauf verzichten. Vor allem für Großstädter spielt der Immobilienbesitz eine weniger wichtige Rolle. Als Hindernisse zur eigenen Immobilien werden vor allem die hohen Immobilienpreise und fehlendes Eigenkapital angeführt.

Grunderwerbssteuer senken

55 Prozent wünschen sich eine stärkere staatliche Förderung des Vermögensaufbaus durch Immobilien. Als mögliche Mittel hierzu werden vor allem die Reduzierung der Grunderwerbssteuer, die Förderung des Kaufs selbstgenutzter Immobilien sowie und eine niedrigere Steuer- und Abgabenlast genannt.

Für die Auftraggeber der Studie sind die Ergebnisse ein klares Zeichen, dass die Politik hier mehr tun muss. „Die Politik wirbt einerseits aus gutem Grund für mehr private Altersvorsorge, vernachlässigt aber gleichzeitig die Förderung der Eigentumsbildung“, beklagt Jacopo Mingazzini, Vorstand von The Grounds Real Estate Development, und ergänzt: „Wir brauchen eine konkrete Förderung der Eigentumsbildung sowie eigentümer- und investorenfreundliche Rahmenbedingungen für den Wohnungsmarkt, damit die vorhandene Nachfrage nach Wohneigentum auf ein entsprechendes Angebot trifft. Es wäre allerdings schon viel gewonnen, wenn wenigstens bestehende Hürden, allen voran die Grunderwerbsteuer bei selbst genutztem Wohneigentum, abgebaut und andere Regulierungen und Vorschriften, etwa beim Milieuschutz, entfallen oder zumindest entschlackt würden.“

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