Nach Jahren der Nullzinspolitik rücken Staatsanleihen aus der Eurozone wieder in den Fokus der Anleger. Treiber dieser Entwicklung sind mehrere Faktoren: die anhaltenden geopolitischen Unsicherheiten, das kürzlich beschlossene deutsche Konjunkturpaket sowie die zunehmend divergierende Geldpolitik zwischen der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank.

Besonders auffällig: Vor allem Anleihen mit kürzeren Laufzeiten verzeichnen derzeit hohe Mittelzuflüsse. Nicht nur deutsche Bundesanleihen feiern ein Comeback – auch die Staatspapiere anderer Euroländer rücken verstärkt ins Blickfeld der Investoren.

Diversifikation ist Pflicht

Wer in europäische Anleihenfonds investiert, muss sich über die Ländergewichtung keine großen Gedanken machen. Der wichtigste Regulierungsrahmen für Investmentfonds in der EU (Ucits) schreibt eine breite Streuung vor. Diese Vorgaben verhindern, dass Fonds zu stark auf einzelne Emittenten oder Märkte setzen und damit übermäßige Risiken eingehen.

ETFs auf Staatsanleihen der Eurozone investieren hauptsächlich in Papiere, die von Regierungen begeben oder explizit garantiert werden. Diese Wertpapiere sind entweder in Euro denominiert oder gegen Währungsrisiken abgesichert.

Solide Performance trotz schwieriger Jahre

Eine aktuelle Auswertung von Morningstar zeigt: Die besten ETFs auf Eurozone-Staatsanleihen konnten sich in den vergangenen zwölf Monaten mit durchschnittlich knapp 4 Prozent Plus durchaus sehen lassen. Die längerfristige Bilanz fällt gemischter aus – über drei Jahre liegt die jährliche Rendite bei rund 0,6 Prozent, während über fünf Jahre ein leichtes Minus von etwa 2 Prozent zu Buche steht.

Zum Vergleich: Der Morningstar Eurozone Core Bond Index, der die Wertentwicklung von auf Euro lautenden Staats- und staatsgarantierten Anleihen abbildet, erzielte in den vergangenen zwölf Monaten 4,63 Prozent. Über drei Jahre summiert sich die jährliche Rendite auf 1,31 Prozent, während der Fünfjahresvergleich ein Minus von 1,87 Prozent ausweist.

 

Comeback mit Perspektive

Die Renaissance der Eurozone-Staatsanleihen dürfte noch nicht am Ende sein. Mit den erwarteten Zinssenkungen der EZB könnten Anleihen mit mittleren Laufzeiten besonders profitieren. Gleichzeitig bieten die Papiere in unsicheren Zeiten einen stabilisierenden Effekt fürs Portfolio – eine Eigenschaft, die viele Anleger in den vergangenen Jahren schmerzlich vermisst haben.

Qualität im Fokus

Bei der Suche nach den besten Anlagevehikeln hat Morningstar strenge Kriterien angelegt: Untersucht wurden ausschließlich in Europa domizilierte ETFs aus der Kategorie „EUR Government Bond“, die mit dem höchsten Medalist Rating „Gold“ ausgezeichnet sind. Zusätzlich mussten die Fonds ein Volumen von mindestens 100 Millionen Euro aufweisen und bei der Performance über ein, drei und fünf Jahre zu den besten 33 Prozent ihrer Kategorie gehören.

Das Ergebnis: Drei ETFs erfüllen diese anspruchsvollen Kriterien. Alle stammen von etablierten Anbietern und können auf eine mehrjährige Erfolgsgeschichte zurückblicken. Die Produkte wurden zwischen 2009 und 2010 aufgelegt und verwalten heute jeweils zwischen 560 Millionen und 1,2 Milliarden Euro. Auf den folgenden Seiten stellen wir die drei ETFs, sortiert nach ihrer Performance über ein Jahr, vor.

Platz 3: Xtrackers II iBoxx Eurz. Gov. Bond Yield Plus

  • Sektor: Rentenfonds Staatsanleihen gemischte Laufzeiten Euroland Euro
  • Auflegung: 22.09.2010
  • Ertragsverwendung: thesaurierend
  • Fondsgesellschaft: DWS Investment
  • ISIN: LU0524480265
  • Maximal Drawdown seit Auflage: 20,50%
  • Performance YTD: 0,65%
  • Performance 1 Jahr: 4,17%
  • Performance 3 Jahre: 5,20%
  • Performance 5 Jahre: -5,67%
  • Performance 10 Jahre: 11,54%
  • Sharpe Ratio 5 Jahre: -0,39
  • Sum. lfd. Kosten: 0,18%
  • Volatilität 5 Jahre: 6,25%
  • Volumen in Mio. EUR: 1.101

Kurzbeschreibung des ETFs: Der Xtrackers-ETF von DWS setzt auf eine breite Streuung über alle Laufzeiten und profitiert damit von der gesamten Zinskurve der Eurozone. Mit über einer Milliarde Euro Volumen gehört er zu den Schwergewichten seiner Kategorie. Die thesaurierende Struktur macht ihn besonders für langfristig orientierte Anleger interessant, die vom Zinseszinseffekt profitieren möchten. Mit laufenden Kosten von nur 0,18 Prozent zählt er zu den günstigeren Vertretern seiner Zunft. Die höhere Volatilität von 6,25 Prozent über fünf Jahre spiegelt die breitere Laufzeitenstreuung wider.