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Starke Meinung „Die Fed sollte die Zinsen erhöhen, auch wenn es einen Ausverkauf an den Märkten gibt“

Die Kontrakte auf die Fed-Funds-Rate zeigen, dass die Händler am Montag die Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung im kommenden Monat auf 28 Prozent zurückgeschraubt haben. Am 7. August hatten sie die Wahrscheinlichkeit noch bei 54 Prozent gesehen. Der Kurssturz an den globalen Aktienmärkten, der seit dem 11. August - dem Tag, an dem China überraschend seine Währung abwertete - über 5 Billionen Dollar an Marktwert vernichtet hat und die Rohstoffpreise auf ein 16-Jahrestief abbröckeln ließ, hat die Zweifel der Investoren an steigenden US-Zinsen verstärkt. Van-Petersen sagt, die USA seien bereit für höhere Zinsen und Yellen müsse liefern. Vertreter der US-Notenbank hatten auf ihrer Juni-Sitzung zwar Bedenken über die Inflationsentwicklung geäußert, aber auch signalisiert, dass die Wirtschaft den Punkt erreicht, an dem sie eine straffere Geldpolitik vertragen könne. Seit 2008 liegen die US-Zinsen bei nahe null. „Die Fed sollte die Zinsen erhöhen, auch wenn es einen Ausverkauf an den Märkten gibt - die Wirtschaft sollte zuerst kommen“, sagte Van-Petersen am Montag weiter. „Das schlimmste, das sie tun könnte, wäre, sich vom Markt diktieren zu lassen, was sie tun sollte.“ Die Fed-Fund-Futures zeigen, dass die Händler immer noch an eine Zinserhöhung im Dezember glauben: Die Wahrscheinlichkeit liegt nun bei 52 Prozent für einen Zinsschritt auf 0,5 Prozent, im Vergleich zu 77 Prozent am 7. August. Die Zahlen basieren auf der Annahme, dass die effektive Fed-Funds-Rate nach der ersten Erhöhung bei durchschnittlich 0,375 Prozent liegt. Die Rendite der zehnjährigen Treasuries ist erstmals seit April wieder unter zwei Prozent gesunken und die Inflationserwartungen liegen so niedrig wie zuletzt im Januar. Der Anstieg des Dollar gegenüber wichtigen anderen Handelswährungen hat die Importe verbilligt und der Ölpreis ist auf ein Sechsjahrestief abgerutscht. Zugleich gibt es ein starkes Beschäftigungswachstum, die niedrigste Arbeitslosenrate seit 2008, aber auch das geringste Lohnwachstum in einer US- Konjunkturerholung seit mindestens den 1960er Jahren. Diese Konstellation hat die Geldpolitik für die Fed nicht einfacher gemacht. Da sie laut und deutlich steigende Zinsen signalisiert habe, müsse die Notenbankvorsitzende nun auch liefern, um die schwindende Glaubwürdigkeit der Zentralbanken der Welt wieder herzustellen, sagt Van-Petersen. Außerdem müsse sie Munition sammeln, um dem nächsten Konjunkturabschwung etwas entgegensetzen zu können.
„Wenn sie dieses Jahr die Zinsen nicht anheben, nachdem sie das von März auf April und dann auf September verschoben haben“, wird ihnen keiner mehr glauben, was immer sie zukünftig sagen werden, meint Van-Petersen. „Wir haben offenbar vergessen, dass Auf-und-Abs zum Konjunkturzyklus gehören.“

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