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in KonjunkturLesedauer: 3 Minuten

Experten sehen leichte Entspannung Starker Aufwärtstrend bei Bauzinsen vorerst gestoppt

Neubauprojekt, das kurz vor Fertigstellung gestoppt wurde
Neubauprojekt, das kurz vor Fertigstellung gestoppt wurde: Die hohen Bauzinsen stellen Käufer und Bauherren vor Herausforderungen. | Foto: Imago Images / Sven Simon

In der ersten Jahreshälfte haben sich die Bauzinsen fast vervierfacht. Nun melden große Baufinanzierungsvermittler erstmals seit Monaten wieder leicht sinkende Kreditkonditionen. Die Zinsentscheidung der EZB Ende Juli habe den Aufwärtstrend gestoppt, schreibt etwa das Vergleichsportal Check24 in einer aktuellen Analyse. Derzeit liegen die Zinsen für über das Portal abgeschlossene Baufinanzierungen mit zehnjähriger Zinsbindung im Schnitt bei 2,4 Prozent. Im Vergleich zu den Höchstständen von 3,2 Prozent Anfang Juli sei das um ein Viertel günstiger. „Wir sehen eine Entspannung bei den Bauzinsen“, sagt Ingo Foitzik, Geschäftsführer Baufinanzierung bei Check24. Für die nächste Zeit erwartet Foitzik „seitwärts verlaufende Zinssätze“.

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Bei der FMH Finanzberatung, die Hypothekenzinsen tagesaktuell auf ihrer Website veröffentlicht, liegt die Zins-Spanne für zehnjährige Darlehen bei 2,3 bis knapp 3,7 Prozent. Als Mittelwert 40 ausgewählter Institute weist der Baufinanzierungsvermittler 2,8 Prozent aus – Anfang des Monats hatte der Wert noch bei 3,2 Prozent gelegen. Im Jahresverlauf könnten die Zinsen allerdings wieder steigen, prognostiziert Gründer und Geschäftsführer Max Herbst. Er rechnet mit einem moderaten Anstieg auf maximal 3,5 Prozent.

 

Ähnlich fällt die Prognose des Wettbewerbers Interhyp aus – bis Jahresende erwartet der Baufinanzierungsvermittler Zinsen von 3,5 bis 4 Prozent. Im Juli hätten die Bauzinsen mit mehr als einem halben Prozentpunkt trotz Leitzinserhöhung merklich nachgegeben, heißt es in einem aktuellen Kommentar des Portals. Grund dafür seien Rezessionsbefürchtungen. „Zuletzt haben die Konjunktursorgen die Inflationsbefürchtungen überflügelt“, sagt Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft bei der Interhyp. Die Leitzinserhöhung hätten die Banken zuvor bereits eingepreist.

Der Finanzierungsvermittler geht von einem Zwischentief aus und rechnet in den kommenden Wochen mit einem eher gleichbleibenden Niveau. „Im weiteren Jahresverlauf erwarten wir aufgrund der Inflation und der Erwartungen an die weitere straffere Geldpolitik wieder leichte Steigerungen“, so Mohr. Auch die meisten von Interhyp monatlich im Bauzins-Trendbarometer befragten Experten halten die Gegenbewegung bei den Zinsen demnach für ein kurzfristiges Phänomen.

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