Starkes Gewinnwachstum Inmitten der Korrektur lassen niedrige Aktienbewertungen hoffen

Bereits zum Ende der letzten Woche hat der Einbruch von 6,5 Prozent im breiten, pan-europäischen Stoxx Europe 600 die Bewertungen so günstig gemacht wie seit Januar nicht mehr. Für Aubrun spricht die Kombination von anziehenden Konjunkturdaten und geldpolitischer Unterstützung durch die Zentralbanken weiterhin überzeugend für die Aktienanlage. „Das Wachstum kehrt zurück nach Europa und wir haben weiterhin die Quantitative Lockerung“, stellte er fest. Wer unterinvestiert in europäischen Wachstumswerten ist, für den ergäben sich derzeit „ziemlich gute Chancen“. Den Markt in Europa abbildende Fonds haben trotz eines Marktrückzuges - der mindestens 13 Märkte in Europa in den Korrekturbereich gezogen hat - insgesamt in der 14. Woche mehr Gelder in den Markt gepumpt. Bis zum nächsten Jahr wird von Analysten eine Steigerung des Stoxx 600 von etwa 16 Prozent in Aussicht gestellt. Derzeit wird der Stoxx 600 auf dem 15,4-fachen der Gewinnprognosen gehandelt und damit so niedrig wie seit sieben Monaten nicht mehr. Damals hatte die Europäische Zentralbank EZB ihre massiven Bondaufkäufe zur Konjunkturstimulierung begonnen.
Und das Pfund, mit dem der Stoxx 600 punkten kann, ist sein Gewinnwachstum, das von Analysten in diesem Jahr derzeit auf 6,2 Prozent geschätzt wird - nahezu siebenmal so hoch wie in den USA. Und trotz der Maktturbulenzen ist das europäische Volatilitätsbarometer VStoxx Index in Relation zum US-Gegenstück VIX auf dem niedrigsten Stand seit Januar. Laut Makrochef Nick Lawson von der Deutsche Bank AG in London sind starke Dividendenzahler derzeit jenes Segment, das Investoren anzieht. Versorger und Immobilienunternehmen sind auch bei den Verlusten im letzten Monat unterdurchschnittlich geblieben. Rohstoffaktien erschienen zwar günstig, sagte Lawson, bleiben aber in einem Umfeld mit niedrigem Wachstum empfindlich für Rückschläge.
„Sie zu kaufen kann eine gute Idee sein, aber hat auch den Charakter eines fallenden Messers“, mahnte er.

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