Nick Cannon, US-Comedian und Vater von zwölf Kindern mit sechs verschiedenen Frauen, hat seine Hoden für insgesamt zehn Millionen Dollar versichern lassen – fünf Millionen Dollar pro Hoden. Der 44-Jährige, der auch Vater von Zwillingen zusammen mit der Popdiva Mariah Carey ist, erzählte in einem Podcast, dass das Geld im Schadensfall an seine Kinder ausgezahlt würde. „Ich habe die Versicherungspolice in meinem Büro. Sie ist echt“, sagte er.

Werbeclip wie eine Prophezeiung 

Den konkreten Anstoß für die eigentümliche Entscheidung gab Cannon zufolge der Werbeclip eines Seifenherstellers: „Nick Cannons goldene Eier halten die Gattung Mensch im Alleingang über Wasser“, hört man eine tiefe Erzählstimme in dem Spot. Er habe jetzt„ offiziell die wertvollsten Eier der Welt“, ruft Cannon in dem Clip, nachdem er zwei goldglänzende Exemplare in Eiform inspiziert. Dann reckt er eine entsprechende Trophäe in die Höhe. Wenig später wurde aus dem Gag offenbar Wirklichkeit.

Welche Stars besondere Absicherungen für ihren Körper haben

Cannon hat viele prominente Vorbilder, die sich bereits ihre Körperteile versichern ließen. US-Rocker Bruce Springsteen soll seine Stimmbänder, Sänger Tom Jones sein Brusthaar und Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards seine Hände versichert haben. Bei Fußballspieler Cristiano Ronaldo ist bekannt, dass seine Beine für satte 212 Millionen Euro versichert wurden, bei David Beckham sollen es 63 Millionen Euro gewesen sein. Unerreicht scheint hier Pop-Sängerin Mariah Carey, die seit 2014 von Cannon geschieden ist. Die Versicherungssumme für ihre Beine soll 2006 fast eine Milliarde Dollar betragen haben. 

In Deutschland machte vergangenes Jahr der Fall des Berliner Starkochs Tim Raue Schlagzeilen. Er ließ sich quasi sein Kapital versichern: „Geschmacks- und Geruchssinn sind für mich elementar. Und ja: Das habe ich beides versichert“, sagte der 50-Jährige in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Es bleibt allerdings ein unsicheres Feld. Wenn mir etwas zustoßen sollte, wird es schwer zu beweisen, dass der Versicherungsfall eintritt.“ Unbekannt blieb, wer Risikoträger im Fall Raue oder wie hoch seine Prämie und die Versicherungssumme ausfällt.

Bei Frauen werden Oberweite, Hinterteil und Beine versichert

Im Jahr 2023 berichtete der Versicherer Helvetia in einem Blogbeitrag über das Phänomen. Vor allem die Oberweite und das Hinterteil seien demnach mittlerweile zu begehrten Versicherungsanlässen geworden. Bei Heidi Klum sei es dazu gekommen, dass ihre Beine aufgrund einer Narbe verschieden teuer versichert sind. Überliefert ist auch, dass sich schon in den 1930er Jahren Marlene Dietrich ihre Beine für 1,8 Millionen Mark versichern ließ. 

 

Körperteilversicherungen sind lukrativ für die Anbieter

Der britische Versicherer Lloyd´s gilt laut Helvetia als Spezialist für derartige Speziallösungen. Als Grundlage werde ein ärztliches Gutachten des jeweiligen Körperteils herangezogen. Im Zuge der Prüfung werde außerdem geklärt, wie der Schaden bemessen wird, was gedeckt ist und was nicht. Daraus werde dann eine Prämie kalkuliert. Klar sein dürfte, dass das Geschäft mit den versicherten Körperteilen äußerst lukrativ ist, schließlich sind die Prämien der Promis hoch und Zahlungsverpflichtungen selten. Bekannte Ausnahme ist Keith Richards. Als dieser wegen eines gebrochenen Fingers ein Konzert absagen musste, zahlte die Versicherung. 

Spezialdeckungen auch für bestimmte Berufsgruppen ein Thema

Glaubwürdig scheint dagegen, was die Helvetia weiter zu dem Thema schreibt. So seien Körperversicherungen nicht nur mehr unter Stars und Schauspielern Thema. „Auch andere Berufsgruppen haben den Mehrwert erkannt. Spitzen-Weinsommeliers lassen speziell ihre Zunge versichern, Parfümeure ihre Nase.“ Für einen Durchschnittsbürger seien Versicherungen wie diese meist jedoch kein Thema.