Oliver Lang Foto: Blau Direkt

Blau Direkt Startschuss fürs Investmentgeschäft gefallen

Der Maklerpool Blau Direkt war jahrelang ein reiner Versicherungs-Pool. Das soll sich nun ändern: Die Lübecker haben sich ein weiteres Standbein aufgebaut und den Schritt in den Investmentbereich gewagt. In diesem Frühjahr ist der operative Startschuss dazu gefallen.

„Früher haben unsere Makler zwar ihr Versicherungsgeschäft bei uns abgewickelt, waren fürs Investmentgeschäft aber bei unseren Wettbewerbern unterwegs. Zukünftig können sie ihren Endkunden alles aus einer Hand anbieten“, sagt Oliver Lang. Der Pool-Profi hat die Investmentsparte von Blau Direkt hauptverantwortlich aufgebaut. Vor rund einem Jahr kam er dafür vom Maklerpool Jung, DMS & Cie. zu Blau Direkt. In der Vergangenheit stand er auch schon der Oberurseler BCA vor. Lang bringt somit umfangreiche Pool-Erfahrung mit, sein Schwerpunkt liegt im Investmentbereich. 

Es habe ihn gereizt, das Investmentgeschäft bei seinem jetzigen Arbeitgeber von Null aufbauen zu können, bekennt Lang. Dass es dafür potenziell Bedarf gibt, hatte Blau Direkt schon im Vorfeld ermittelt: Im Rahmen einer Umfrage unter angeschlossenen Maklern sei man auf „weit über eine Milliarde Euro Bestand“ gestoßen, die anderweitig verwaltet werde, so Lang.

Wie man beim Aufbau der Investmentsparte vorgegangen sei? „Für uns stand fest, dass wir kein eigenes Investment-Abwicklungssystem entwickeln wollten“, so Lang. Man habe sich daher zunächst nahezu alle am Markt erhältlichen Systeme angesehen, sowohl von Pools als auch von unabhängigen Anbietern. Kriterium sei neben der Architektur der Systeme ebenso gewesen, wie leicht sich die Software in die hauseigene IT von Blau Direkt einbinden ließe. Lang hat beobachtet: „Bei den Abwicklungssystemen bietet der Markt eine riesige Spannbreite, was die Software-Voraussetzungen anbelangt.“

Der für ihn „perfekte Match“ habe sich mit dem System des Maklerpools Fondsnet ergeben. Das Fondsnet-System habe man dem Look-and-feel von Blau Direkt angepasst. Allerdings nur äußerlich: Die zugrundliegende Struktur hat Blau Direkt eins zu eins übernommen. Bei den Lübeckern läuft das System unter dem Namen „Investifant“. Seit Kurzem ist es in das hauseigene Maklerverwaltungsprogramm „Ameise” integriert und über dieses erreichbar. „Die ersten Bestände im mittleren zweistelligen Millionenbereich sind schon drauf“, verrät Lang.

Die Maklerpartner, die bereits Versicherungsgeschäft mit Blau Direkt abwickeln, waren die ersten, denen Blau eine Nutzung angeboten hat. Teilweise habe man auch bereits Kunden von Wettbewerbern gewinnen können. „90 Prozent der an Blau angebundenen Vermittler haben im Versicherungsbereich nur Blau Direkt als Poolanbindung“, sagt Lang. Mit dem Einstieg ins Investmentgeschäft wollen die Lübecker ihre Stellung als exklusiver Ansprechpartner für Vermittler ausbauen.

Wie es strategisch weitergehen soll? „Wir wären nicht abgeneigt, nicht allein organisch, sondern auch anorganisch zu wachsen“, sagt Lang. Im Klartext: Blau Direkt wäre durchaus interessiert, einen Wettbewerber zu übernehmen oder mit einem weiteren Wettbewerber im Rahmen seines Pool-Verbunds zu kooperieren. In der Vergangenheit sind die Lübecker bereits eine Kooperation mit dem Maklerpool Wifo eingegangen. Wifo wickelt sein Versicherungsgeschäft mittlerweile über Blau Direkt ab, bleibt dabei aber ein eigenständiges Unternehmen.

Ob man darüber nachdenke, zukünftig auch ein Haftungsdach zu gründen? Nicht wenige Maklerpools bieten ihren Vermittlern neben dem Poolgeschäft eine solche Alternative an. Bei Blau Direkt steht ein solches Vorhaben fürs Erste offenbar nicht auf dem Plan. „Wir wollen erst einmal die Bestände integrieren und unseren Makler-Partnern die Investment-Welt bei Blau nahebringen“, benennt Lang die angepeilte Marschrichtung.

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