Statistik für Gefahrensucher Ob es sich lohnt, in Crash-Zeiten zu kaufen

„Kaufen, wenn die Kanonen donnern“, besagt eine Börsenweisheit. „Greife nie in ein fallendes Messer“, empfiehlt eine andere und spielt damit auf die Gefahr an, schon in noch fallenden Märkten wieder zu kaufen. Erstmal abwarten, bis sich ein Boden bildet, ist die angeblich bessere Alternative.

Wirklich? Sven Lehman managt bei HQ Trust den HQT Global Quality Dividend (ISIN: LU1499563440) und hat einmal nachgerechnet. Donnernde Kanonen setzt er mit hoher Volatilität, also Schwankungsbreite, gleich. Und fallende Messer ermittelt er über das Momentum, das je nach Trend auf-, ab- oder seitwärts zeigen kann.

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Er maß die Werte jeweils für die vergangenen 20 Handelstage (ein Börsenmonat) und 260 Handelstage (ein Börsenjahr). Die Ergebnisse teilte er in Fünftel (Quintile) ein und baute daraus eine Matrix mit historischen und den darauf folgenden Daten. Dabei zeigt der Prozentsatz mit dem blauen Balken an, wie oft diese Kombination in der Vergangenheit auftrat.

Zunächst die Erkenntnisse für die vergangenen und folgenden 260 Handelstage:

Wenn man bei stark fallenden Kursen, unabhängig von der Vola einstieg, litt der Gewinn um durchschnittlich 224 Basispunkte (= 2,24 Prozentpunkte). Fallende Messer sind also generell gefährlich. Fallen sie dann aber gemeinsam mit hoher Vola, kann wiederum sogar ein Mehrertrag von 32 Basispunkten herausspringen. Viel besser war es, wenn die Märkte ruhig (Vola niedrig) waren und die Kurse mehr oder weniger stark stiegen. Dann holte man in den kommenden 260 Handelstagen um bis zu 387 Basispunkte mehr heraus als im Durchschnitt.

Ein bisschen spekulativer wird es auf Sicht von 20 Tagen. Aber auch hier gibt es Erkenntnisse:

Bei donnernden Kanonen lohnt sich grundsätzlich der Einstieg. Es winken Mehrerträge zwischen 18 und 92 Basispunkten. Nur wenn die Kurse stark fielen, kostete das Rendite (minus 26 Basispunkte). Am Besten lief es, wenn das Momentum bei niedrig schwankenden Kursen aufwärts zeigte. Das passierte zwar nur in 2,2 Prozent aller betrachteten Fälle, lieferte dann aber 115 Basispunkte Aufschlag.

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