Statistisches Bundesamt So (schlecht) sind die Deutschen haftpflichtversichert

„Unterschiedliche Haushalte brauchen unterschiedlichen Versicherungsschutz - gegen existenzielle Risiken allerdings sollte sich jeder absichern“, heißt es aktuell vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Doch: „Die Realität sieht anders aus“, kommentiert der Branchenverband aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes.

Klaus Wiener, GDV

Die sogenannte Einkommens- und Verbrauchsstichprobe der Bundesoberbehörde in Wiesbaden enthält neue Daten zur Verbreitung verschiedener Versicherungsarten für das vergangene Kalenderjahr. Demnach war die private Haftpflichtversicherung (PHV) 2018 mit 83 Prozent am weitesten verbreitet. Diese Zahl bietet für den GDV allerdings auch Anlass zur Sorge.

„Immerhin fast jeder fünfte Haushalt (17 Prozent) hat keine private Haftpflichtversicherung“, heißt es hierzu vom GDV. Und in Haushalten mit niedrigen Einkommen fehle dieser existenziell wichtige Versicherungsschutz sogar noch weit häufiger (siehe Grafik unten). „Damit werden selbst kleinere Schadenersatzforderungen zu einer finanziellen Herausforderung bis hin zur Überschuldung.“

Schutzlücken bei Geringverdienern 

Verbreitung der privaten Haftpflichtversicherungen 2018 nach monatlichem Haushaltsnettoeinkommen Quelle: Statistisches Bundesamt EVS 2018 / Grafik: GDV

„Die Deutschen werden häufig als übervorsichtig und überversichert charakterisiert“, kommentiert GDV-Chefvolkswirt Klaus Wiener. Die aktuell vorgelegte Statistik liefere hierfür jedoch keinen Beleg, wenn jeder fünfte Haushalt ohne Haftpflicht lebe. „Im Gegenteil: Ein erheblicher Teil der Haushalte ist selbst gegen existenzielle Risiken nicht ausreichend geschützt.“

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