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Karsten Müller: Der Chainberry-Geschäftsführer schlägt Immobilieninvestments mittels Blockchain-Technologie vor. | © ChainBerry Asset Management

Statt Wohnraum zu enteignen

So funktionieren Blockchain-basierte Immobilienanlagen

Zurzeit wird landauf, landab, mit lautem Getöse und sehr emotional über Enteignungen von Wohnraum diskutiert. Dass so ein Vorgehen juristisch tatsächlich durchsetzbar ist, kann man sich kaum vorstellen, aber oft genug reichen ja schon Andeutungen und Drohungen, um eine Sache aus dem Ruder laufen zu lassen. Daher dürfte es niemanden verwundern, wenn sich aufgrund der Diskussionen private oder unternehmensgeführte Investoren darüber Gedanken machen, ob es noch sinnvoll ist, ihr Geld hierzulande in Immobilien anzulegen.

Allein das kann schnell zu einer Flaute auf dem Wohnungsmarkt führen: Im Endeffekt würde weniger investiert, es würden weniger Wohnungen gebaut und weniger Wohnraum stünde zur Verfügung. Der Schaden wäre immens.

Viel schlauer wäre es dagegen, nicht weniger, sondern mehr Menschen investierten in neue Wohnungen. Natürlich ist das auch heute schon möglich, indem in offene oder geschlossene Immobilienfonds investiert wird. Doch besonders weit verbreitet sind solche Fonds nicht, gelten sie aufgrund der limitierten Liquidität doch als unflexibel. Außerdem sind Engagements mit sehr hohen Nebenkosten verbunden und geschlossene Fonds-Varianten können nur für relativ große Summen gezeichnet werden.

Immobilien sollen wie Aktien an den Börsen gehandelt werden

Mehr Demokratie wagt stattdessen, wer Immobilieninvestitionen einfacher, kostengünstiger und für Privatanleger auch mit kleinen Summen möglich macht. Mithilfe der Blockchain-Technologie geht das heute schon: Immobilien werden tokenisiert, also in beliebig teilbare digitale Anteilsscheine aufgeteilt – und sind darüber hinaus auch noch liquide. Zukünftig werden solche Digital Assets wie Aktien an den Börsen gehandelt und können je nach Wunsch jederzeit verkauft werden.

Das sind nicht etwa Hirngespinste, sondern ist bereits Realität. Weltweit setzen schon die ersten Unternehmen die Immobilien-Tokenisierung technisch und regulatorisch um. Ein Beispiel ist die schweizerische Crowdlitoken AG, die gerade eine liquide, Blockchain-basierte und digitale Anleihe auf Büro- und Gewerbeimmobilien begeben hat, die von den Liechtensteiner Aufsichtsbehörden genehmigt wurde. Es handelt sich um Mezzanine-artiges Kapital für Immobilien-Investitionen, bei dem sich jeder Anleger sein eigenes Immobilien-Portfolio zusammenstellen kann.

Regulatorische Rahmenbedingungen müssten angepasst werden

Die Schweizer werden nicht die einzigen bleiben, bei denen in Blockchain-Produkte für Wohnraum-Immobilien investiert werden kann. Eine Handvoll Unternehmen in aller Welt arbeitet ebenfalls daran, mithilfe der Blockchain einen marktwirtschaftlich organisierten, demokratischen Immobilienbesitz möglich zu machen. Natürlich geht das alles nicht von heute auf morgen. Besonders in Deutschland müssen auch die regulatorischen Rahmenbedingungen noch angepasst werden. Doch wenn besonders vonseiten der Politik weniger Ideologie im Spiel wäre, könnte auch wieder sachlich argumentiert und auf vernünftige, technische Neuerungen gesetzt werden. Dann hätten Innovationen wie die Blockchain-basierte Tokenisierung eine Zukunft und könnten helfen, gesellschaftlich Probleme auf einem demokratisch legitimierten Weg zu lösen.

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