Reise- und Fußballberichte erweckten Schreibleidenschaft
Der rasante Aufstieg führt uns zurück zu Tobias Bierl und seiner Fußball- und Reiseleidenschaft. Schon immer hatte er ein Faible für ausgiebige Reiseberichte. Mit dem Groundhopping kamen Erlebnisberichte seiner Stadiontouren hinzu. Mit einer kaum zu beschreibenden Detailverliebtheit schrieb er über unterklassige Spiele, Stadion, Menschen, das ganze Drumherum. Im Freundes- und Bekanntenkreis machte das Thema immer mehr die Runde. Tobias gab kleine Heftchen heraus, gesammelte Werke seiner Fußball-Trips mit einer Auflage von wenigen Hundert Exemplaren.
Blog bringt Neukunden
Die Übertragung aufs Berufliche klingt aus heutiger Sicht fast trivial. Ein Blog. „Mir war schnell klar, dass wir auch im Internet sichtbar sein müssen“, sagt Tobias. Dabei ging es nicht nur um Suchmaschinenoptimierung. „Wir wollten den Leuten auch inhaltlich etwas bieten – mit verständlichen Informationen und konkreten Hilfestellungen.“ Tobias vernetzte sich mit bekannten Blogschreibern, schaute sich vieles ab, um dann selbst im Akkord Artikel zu schreiben. Die praxisnahen Texte zogen schnell immer mehr Leser an – und bescherten den Bierls nach und nach neue Kunden. Selbst heute lässt Tobias nicht nach. Teilweise haben seine Beiträge, meist zu Produkt-Updates, einen Umfang von weit über 50 DIN-A4-Seiten.
Bei Google unschlagbar
Bei verschiedenen Begriffskombinationen zu Maklerschaft und Versicherungen rangiert die Finanzberatung Bierl bei Google ganz oben. Dabei habe man noch nie Geld in SEO-Marketing gesteckt, erklären die Brüder. Tatsächlich ist es der Content ihrer Website, der die Sichtbarkeit bringt. Mit besonderer Vorliebe seziert Tobias Produktneuerungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung, auf die er sich spezialisiert hat. Dort taucht er in die tiefsten Tiefen des Bedingungswerks ein. In der Branche genießen seine Beiträge mittlerweile einen Ruf wie Donnerhall. Auf seine Social-Media-Postings zu Blog-Beiträgen reagieren sogar Konzernvorstände wie Jürg Schiltknecht von der Baloise und geloben bei etwaiger Bierlscher Kritik an ihren Produkten Besserung. Follower schreiben auch schon mal von den „Popstars der Versicherungsbranche“.
Beratung nach Ärztehausprinzip
Neben ihrer Online-Strategie ist auch die Spezialisierung ein Erfolgsfaktor der Bierls: „Wir haben unsere Mitarbeiter gezielt für einzelne Sparten ausgebildet. So erreicht man einfach eine ganz andere Beratungstiefe“, sagt Stefan. Allein fünf Mitarbeiter haben eine berufliche Vorbildung in medizinischen Berufen. Das sei ein riesiger Mehrwert für Kunden bei den in der BU-Versicherung so wichtigen Risikovorfragen. Passend dazu bezeichnen die Brüder den Aufbau ihrer Firma als „Prinzip Ärztehaus“, wobei das Angebot auch die Bereiche Kapitalanlage und Immobilien umfasst. „Bei uns hat der PKV-Spezialist keine Ahnung von Kfz-Versicherungen – und umgekehrt“, sagt Tobias und legt nach: „Stefan ist dabei der Hausarzt.“
Hausschuhe und Pulli statt Anzug
Der ältere Bruder hält den Laden zusammen, wenn der Jüngere die Welt bereist, lebt seine nicht minder große Fußballleidenschaft als Jugendtrainer im lokalen Fußballverein aus. So unterschiedlich die Brüder wirken, durch das, was sie erzählen, so ähnlich ist ihr Auftreten. Ihre Mitarbeiter sprechen eher von Freunden als von Chefs, wie diese tragen sie in der Firma Hausschuhe. Die Bierls erscheinen schon fast provozierend uneitel. Stefan klingt geradezu stolz, wenn er sagt: „Ich fahre immer noch meinen alten Skoda Octavia.“ Tobias wiederum bemerkt, dass er nicht mal einen Anzug besitzt.
Für die Bierls ist immer alles im Fluss. Wirkliche Ziele gibt es nicht, vielmehr eine Art Urvertrauen in die Weiterentwicklung des Geschäfts. Dafür investieren sie in Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter und bauen die Bereiche Kundenservice und IT stetig aus. Auch neues Personal wird ständig gesucht. Am Ende hat sowieso immer der Fußball irgendwie Einfluss auf das Geschäft. Aktuell bekamen die Brüder das Angebot, mit ihrer Finanzberatung als Sponsor beim SSV Jahn Regensburg einzusteigen. Das ist Tobias’ Lieblingsverein.