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Steht der ETF Branche eine massive Konsolidierung bevor?

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Schaut man sich die Liste der 195 obengenannten ETFs genauer an, so stellt man fest: Eine Vielzahl dieser Fonds bezieht sich auf Branchenindizes. Investoren nutzen diese Fonds oftmals für kurzfristige Anlagen in speziellen Sektoren, was den Produkten tendenziell hohe Umsätze beschert. Daher können sie sich trotz geringer Volumina für die Anbieter lohnen.

Allerdings gibt es auf der Liste auch eine große Anzahl von Fonds, die sich auf Strategie- und Themenindizes beziehen. Strategie-ETFs sind im Gegensatz zu anderen ETFs teilweise hochkomplex, so dass einige Investoren sie womöglich nicht verstehen. ETFs auf spezielle Investmentthemen wie ökologisch und sozial nachhaltiges Investieren dürften bei vielen Investoren grundsätzlich nicht zur Anlagestratgie passen. Daher könnten solche Fonds – eher als die Branchen-ETFs – tatsächlich von Schließungen bedroht sein.

Insgesamt denke ich, dass die oft herbeigeredete Konsolidierung in der ETF-Branche erst dann einsetzen wird, wenn die insgesamt verwalteten Vermögen der Anbieter nicht mehr steigen. Denn solange die verwalteten Vermögen und damit auch die Einnahmen der Anbieter steigen, verspüren diese keinen Druck, ihre Produktpaletten zu bereinigen und sich eventueller Chancen zu berauben. Schließlich können sie, solange das Geschäft insgesamt gut läuft, Ladenhüter subventionieren.

Daher gehe ich davon aus, dass der Markt für börsennotierte Indexfonds auch in der Zukunft wachsen wird. Das dürfte sowohl in Bezug auf das insgesamt verwaltete Vermögen als auch die Anzahl der Fonds gelten.


Detlef Glow schreibt regelmäßig in der Online-Community von Thomson Reuters - Lipper, die nur für professionelle Investoren (Vermögensverwalter mit §32 KWG Zulassung o.ä.) zugänglich ist.

Für den Inhalt der Kolumne ist allein der Verfasser verantwortlich. Der Inhalt gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder, nicht die von Thomson Reuters.


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