Mark Dowding (Gastautor)Lesedauer: 2 Minuten

Bluebay-Investmentchef Steigende Energiepreise bremsen wie neue Steuern

Steckerleiste mit Stromkabeln
Steckerleiste mit Stromkabeln: Wo die Energiepreise weiter steigen, könnte dem privaten Konsum der Saft ausgehen. | Foto: Imago Images / avanti

Die Großhandelspreise für Erdgas haben sich seit dem Sommer verdreifacht, was in den kommenden Monaten zu einem sprunghaften Anstieg der Energierechnungen führen dürfte. Die Gasvorräte in ganz Europa liegen derzeit auf einem extrem niedrigen Niveau, was Moskau in eine starke Verhandlungsposition gegenüber den Abnehmern bringt. Vor diesem Hintergrund kommen interessante geopolitische Fragen auf. Doch auf kurze Sicht stehen eine Reihe von Ländern zunächst vor einem ganz anderen Problem: Wie wirken sich die jüngsten Energiepreisanstiege in den kommenden Monaten auf die Inflationsindizes aus?

Der Preisdruck in vielen Volkswirtschaften hat sich aufgrund von Versorgungsengpässen erhöht. Hohe Transportkosten und anhaltende Produktionsstörungen in China – das Land steht für ein Drittel der Weltproduktion – lassen vermuten, dass der starke Preisschub, den einige Marktteilnehmer als „vorübergehend“ bezeichnen, noch mindestens sechs Monate, wenn nicht länger, anhält.

Ein Energiepreisschock könnte in Großbritannien dazu führen, dass die Inflation in den nächsten Monaten auf mehr als 6 Prozent ansteigt, was deutlich über den Prognosen der Zentralbank liegt, die eine Verbraucherpreis-Inflation in der Nähe von 4 Prozent erwartet hatte. Hohe Energierechnungen belasten die Verbraucher wie eine Steuererhöhung und dämpfen damit den privaten Konsum. Stromrechnungen mit rasch nach oben drehenden Zahlen sind nicht das, was die Menschen jetzt sehen wollen.

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