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Steigende Verbraucherpreise Höchste US-Inflation seit 1982

Supermarkt in New York
Supermarkt in New York: Die Verbraucherpreise in den USA sind im Jahresvergleich deutlich gestiegen. | Foto: Imago Images / Levine-Roberts

Die Inflationsrate in den USA war im Dezember 2021 mit 7,0 Prozent so hoch wie seit 1982 nicht mehr. Im November hatte die Teuerungsrate 6,8 Prozent betragen. Die Kerninflationsrate, bei der schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise nicht berücksichtigt werden, kletterte von 4,9 Prozent im November auf 5,5 Prozent im Dezember. Insgesamt lag die Inflationsrate in den USA im Jahr 2021 bei 4,7 Prozent. Wir haben einige Stimmen von Ökonomen und Fondsmanagern zu den Inflationsdaten zusammengestellt.

Andreas Schiller, Marktstratege Raiffeisen Bank International:

„Hohe Inflation, ja und? So oder so ähnlich dürften die Gedankengänge vieler Marktteilnehmer nach der Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für Dezember ausgesehen haben. Immerhin stiegen die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 7,0 Prozent. Das ist nicht nur ein sehr hoher Wert, sondern stellt die höchste Inflationsrate seit 40 Jahren dar. Aber so hoch der Preisschub auch ausfiel, er traf exakt die Erwartungen der Analysten. So gesehen verstärken die Daten die bisherigen Zinserhöhungserwartungen nicht noch weiter, was an den Märkten insgesamt für eine gewisse Erleichterung sorgte.“


Tiffany Wilding, US-Ökonomin beim Vermögensverwalter Pimco:

„Der Bericht, zusammen mit dem Rückgang der Arbeitslosenquote in der vergangenen Woche, bestätigt unsere Erwartung, dass die US-Notenbank Fed im März mit der Zinserhöhung beginnen und ihre Bilanz im Laufe des Jahres abbauen wird. Der Bericht entsprach unserer Basisprognose, wonach die Kerninflationsrate im Februar einen Höchststand von etwa sechs Prozent erreichen wird, bevor sie sich in der zweiten Jahreshälfte abschwächt. Wir beobachten jedoch zunehmend die Risiken, die sich aus dem Ausbruch der Omikron-Variante ergeben. Wir gehen davon aus, dass sich das reale Wachstum im ersten Quartal aufgrund des Scheiterns der Verhandlungen über den Build-Back-Better-Plan und des Anstiegs der Infektionszahlen im Inland deutlich abschwächen wird. Wir sind weiterhin besorgt über die Auswirkungen, die eine weitere Unterbrechung der Produktion in China und bei anderen wichtigen Lieferanten auf die Lagerbestände und Preise des US-Einzelhandels haben könnte.“

Matt Peron, Leiter des Research bei Janus Henderson Investors:

„Die nun veröffentlichten erhöhten US-Verbraucherpreisindexzahlen werden sich wahrscheinlich auf die Aktienmärkte auswirken, auch wenn wir immer noch inmitten der Lieferkettenprobleme stecken. Aktienanleger müssen auf unruhige Märkte gefasst sein, da die US-Notenbank ihren Kurs ändern wird, um die unerwartet hohe Inflation in den Griff zu bekommen. Dies deckt sich mit unserer Einschätzung, dass die ersten Monate des Jahres volatil sein werden, da sich die Märkte anpassen. Aber dann sollten sich bessere Aussichten bieten, sobald die Fed ihren Kurswechsel vollzogen hat und sich an der Inflationsfront etwas bewegt.“

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