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Aegon Asset ManagementLesedauer: 3 Minuten
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Wann kommt die geldpolitische Wende? Steigende Zinsen schon in den kommenden Quartalen

Grand Teton National Park bei Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming
Grand Teton National Park bei Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming: Aegeon AM sieht die Gefahr, dass die Inflationsprognose der Fed zu niedrig ausfällt. | Foto: imago images / VWPics

Die Finanzmärkte warteten in der vergangenen Woche gespannt auf die Rede des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell. Sie suchen weiterhin nach Hinweisen darauf, wann die Fed mit der Drosselung ihrer Anleihekäufe beginnen wird. In den letzten Wochen hatten mehrere andere Fed-Vorstandsmitglieder in ihren Reden erklärt, dass die Zeit für eine Anpassung der Anleihekäufe gekommen sei, so dass sich die Frage stellte, ob Powell im Rahmen der Septembersitzung der Fed seine Zustimmung zu einer Reduzierung der Anleihekäufe geben würde.

Hendrik Tuch, Aegon AM

Bevor wir uns Powells Rede zuwenden, sollten wir uns daran erinnern, wie außergewöhnlich die derzeitigen Strategien der wichtigsten Zentralbanken sind: Zusammengenommen kaufen sie immer noch jeden Tag Anleihen im Wert von etwa 800 Millionen US-Dollar. Sehr viel Geld, das die Zinssätze auf einem historisch niedrigen Niveau hält. Der Effekt: Länder wie Italien und Spanien können ihre Staatsschulden zu Renditen um die Nullgrenze (re-)finanzieren. Selbst Griechenland muss für die Ausgabe einer 10-jährigen Anleihe weniger als 1 Prozent zahlen. Zwar ist der Finanzierungsbedarf des US-Finanzministeriums aufgrund des steigenden Haushaltsdefizits explodiert. Die durchschnittliche Rendite für neue Anleihen liegt aber weiterhin nicht über 1,5 Prozent. Würde sich Janet Yellen als US-Finanzministerin dafür entscheiden, die neuen US-Treasuries über inflationsgebundene Anleihen zu emittieren, würde sie von den Anlegern für ihre Bemühungen belohnt werden, da die reale Rendite dieser Anleihen derzeit bei etwa minus 1 Prozent liegt.

Tapering-Ankündigung im September noch keine beschlossene Sache

Mit diesen Zahlen im Hinterkopf wollen wir einen Blick auf Powells Botschaft werfen. Natürlich beginnt er mit einer Beschreibung der enormen Auswirkungen der Pandemie auf die US-Wirtschaft und der anschließenden starken Erholung. Er räumt ein, dass sich der Arbeitsmarkt deutlich erholt hat und weitere Fortschritte zu erwarten sind. Wie von einem Vertreter der Zentralbank nicht anders zu erwarten, widmet er die meiste Zeit dem Thema Inflation und den Hauptgründen, warum die Fed davon ausgeht, dass der derzeitige Inflationsanstieg nur ein vorübergehendes Phänomen ist. Die Fed rechnet nach wie vor damit, dass sich die Inflationswerte relativ bald auf das Ziel von 2 Prozent zubewegen werden. Gleichzeitig warnte Powell eindringlich, dass die Fed nicht zögern werde, ihre Politik anzupassen, falls sich die Inflation als hartnäckiger erweisen sollte. Insgesamt gab Powell in seiner Rede jedoch keinen eindeutigen Hinweis darauf, dass die Ankündigung eines Tapering im September beschlossene Sache ist.

Risikoanlagen auf neuen Höchstständen

Die Märkte reagierten enthusiastisch auf die Rede. Aktien stiegen auf einen neuen Höchststand, und auch die Zinsmärkte beendeten die Woche mit einer positiven Stimmung. Man kann sich eine solche Reaktion vorstellen: Jede Ausweitung der Ankaufsprogramme wird von den Finanzmärkten begrüße, da sie für zusätzliche Liquidität und damit für einen weiteren Aufschwung sorgen. Wir weisen jedoch darauf hin: Die Zentralbanken werden irgendwann damit beginnen, diese Programme zurückzufahren, was zu einer Neubewertung sowohl der Zinsmärkte als auch der Risikoanlagen führen wird. Wir sehen auch die Gefahr, dass die günstige Inflationsprognose der Fed in den kommenden Quartalen in Frage gestellt wird, da die Hersteller ihre Kostensteigerungen an die Verbraucher weitergeben. Infolgedessen sind wir der Meinung, dass die Zinsen schon in den kommenden Quartalen deutlich steigen dürften, was irgendwann auch die positive Stimmung bei Risikoanlagen beeinträchtigen könnte.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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