Firmenfahrzeuge sind für viele Unternehmen ein fester Bestandteil des Arbeitsalltags, sei es im Außendienst, im Handwerk oder als klassischer Dienstwagen. Lange Zeit war der direkte Kauf dabei für viele Betriebe selbstverständlich. Inzwischen gewinnt jedoch Leasing spürbar an Bedeutung. Der Trend zeigt sich besonders deutlich im gewerblichen Bereich, wo planbare Kosten, geringere Kapitalbindung und der Wandel zur Elektromobilität eine immer größere Rolle spielen.
Aktuelle Marktberichte zeigen steigende Leasing-Zahlen
Das deutsche Leasing-Geschäft brummt. Laut den aktuellsten Zahlen aus dem Leasing-Marktbericht 2026 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln ist das gesamte Leasing-Neugeschäft von 70,13 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 72,04 Milliarden Euro im Jahr 2025 gestiegen.
Inklusive Mietkauf hat das Finanzierungsvolumen der Branche zuletzt sogar bei 83,12 Milliarden Euro gelegen. Aus dem gleichen Bericht geht hervor, dass Pkw und Kombi weiterhin den größten Anteil am Leasingmarkt ausmachen. Auf diese Fahrzeuggruppe sind 2025 insgesamt 52,70 Milliarden Euro entfallen.
Das entspricht 64,1 Prozent des Anschaffungswerts aller über Leasing und Mietkauf finanzierten Objekte. Auch bei den Neuzulassungen hat das Leasing weiter zugelegt. Der Anteil geleaster oder per Mietkauf finanzierter Pkw ist von 50,8 Prozent im Jahr 2024 auf 52,4 Prozent im Jahr 2025 gestiegen.
Die Zahl der bilanzierten Leasingverträge inklusive Mietkauf hat sich im selben Zeitraum von 1,43 Millionen auf 1,50 Millionen Fahrzeuge erhöht. Bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) ist der Zuwachs noch stärker ausgefallen. Die Zahl der durch Leasing-Gesellschaften neu zugelassenen BEV hat 2025 um 46,9 Prozent auf rund 356.000 Fahrzeuge zugenommen.
Der Leasinganteil an den BEV-Neuzulassungen hat sich damit der Marke von zwei Dritteln angenähert. Auch Nutzfahrzeuge bleiben ein relevanter Teil des Marktes. Für Busse, Lkw, Hänger und Transporter nennt der Bericht 2025 ein Volumen von 10,69 Milliarden Euro. Der Marktanteil dieser Objektgruppe hat bei 13,0 Prozent gelegen.
Warum Unternehmen zunehmend auf Leasing setzen
Die steigenden Leasing-Zahlen kommen nicht von ungefähr. Viele Unternehmen planen ihre Fahrzeuge heute anders als früher. Dienstwagen, Transporter und Firmenfahrzeuge werden nicht mehr automatisch für viele Jahre gekauft. Stattdessen rücken flexible Laufzeiten, planbare Monatskosten und Angebote ohne Anzahlung, das sogenannte Null-Leasing, wie es mobile.de anbietet, stärker in den Vordergrund.
Ein direkter Fahrzeugkauf bindet sofort große Summen. Bei mehreren Fahrzeugen kann das schnell hohe sechsstellige Beträge erreichen. Beim Leasing verteilen sich die Kosten dagegen auf feste monatliche Raten. Dadurch lassen sich Ausgaben wesentlich einfacher kalkulieren und laufenden Budgets zuordnen.
Viele Unternehmen möchten Kapital außerdem nicht dauerhaft in Fahrzeugen binden. Geld, das nicht für den Kauf eines Fuhrparks verwendet wird, steht an anderer Stelle zur Verfügung, etwa für neue Mitarbeiter, technische Ausstattung oder Investitionen im operativen Geschäft.
Auch die Entwicklung moderner Fahrzeuge spielt eine Rolle. Neue Assistenzsysteme, Softwarefunktionen und Antriebstechnologien erscheinen heute deutlich schneller als noch vor einigen Jahren. Fahrzeuge altern technisch wesentlich schneller.
Leasing erleichtert es Unternehmen, ihre Flotten regelmäßig zu erneuern, ohne jedes Mal Fahrzeuge verkaufen oder hohe Restwerte kalkulieren zu müssen. Dazu kommt der organisatorische Aufwand. Wartung, Serviceleistungen oder Reifenpakete lassen sich häufig direkt in Leasingverträge integrieren.
Viele Unternehmen bevorzugen feste monatliche Kosten statt einzelner größerer Werkstattrechnungen oder unvorhersehbarer Reparaturkosten.
Rascher Wertverlust bei Fahrzeugen
Fahrzeuge gehören zu den Wirtschaftsgütern mit dem schnellsten Wertverlust. Schon unmittelbar nach der Erstzulassung sinkt der Marktwert deutlich. Im ersten Jahr verlieren viele Neuwagen bereits rund 20 bis 25 Prozent ihres ursprünglichen Werts. Nach drei Jahren liegt der Restwert häufig nur noch bei etwa 50 bis 60 Prozent des ursprünglichen Listenpreises.
Für Unternehmen kann das schnell hohe Summen ausmachen. Kostet ein Firmenwagen beispielsweise 50.000 Euro, kann der rechnerische Wertverlust innerhalb weniger Jahre schnell 20.000 bis 25.000 Euro erreichen. Bei größeren Fahrzeugflotten vervielfachen sich diese Beträge entsprechend.
Ehemalige Firmenfahrzeuge können beim Wiederverkauf außerdem einen zusätzlichen Nachteil mit sich bringen. Händler bewerten gewerblich genutzte Fahrzeuge oft vorsichtiger als reine Privatwagen, weil die Nutzung schwerer einzuschätzen ist.
Unklar bleibt meistens, wie viele verschiedene Fahrer das Fahrzeug genutzt haben, wie stark einzelne Bauteile belastet wurden oder wie schonend allgemein mit dem Wagen umgegangen wurde. Händler reagieren bei gewerblich genutzten Fahrzeugen mit teils deutlich niedrigeren Ankaufpreisen.
Beim Leasing wird dieser Wertverlust bereits in die monatlichen Raten eingerechnet. Das Unternehmen zahlt dadurch in erster Linie für die Nutzung des Fahrzeugs während der Vertragslaufzeit. Nach Ablauf des Vertrags wird das Fahrzeug zurückgegeben und der spätere Wiederverkauf liegt nicht mehr beim Leasing-Nehmer selbst.
Elektromobilität verändert den Leasing-Markt
Zum steigenden Leasing-Anteil bei Firmenfahrzeugen passt auch der Wandel zur Elektromobilität. Das Interesse an Elektroautos ist groß, doch beim direkten Kauf sind viele Unternehmen und Privatpersonen noch vorsichtig. Die Fahrzeuge sind teuer, selbst gebraucht liegen sie oft spürbar über vergleichbaren Verbrennern.
Dazu kommen ganz praktische Fragen. Gibt es genug Ladesäulen in der Nähe? Reicht die Reichweite für den Alltag? Funktioniert das Laden zu Hause oder am Arbeitsplatz wirklich zuverlässig?
Leasing nimmt einen Teil dieser Unsicherheit heraus. Wer ein E-Auto least, muss sich nicht sofort langfristig festlegen und kann die Technik erst einmal im Alltag ausprobieren. Nach einigen Monaten zeigt sich sehr schnell, ob das Fahrzeug zum eigenen Fahrprofil passt oder ob die Umstellung doch zu viele Kompromisse mit sich bringt.
Für Unternehmen ist dieser Punkt ebenfalls wichtig. Sie können einzelne Elektrofahrzeuge in den Fuhrpark aufnehmen, ohne direkt eine komplette Flotte umzustellen. Läuft der Test gut, lässt sich der Anteil nach und nach erhöhen. Passt das Modell nicht zum Bedarf, endet die Bindung mit der Vertragslaufzeit.
Ein weiterer Punkt ist die schnelle technische Entwicklung. Reichweiten, Ladezeiten, Batterien und Software verändern sich laufend. Beim Leasing können Unternehmen nach wenigen Jahren auf neuere Modelle wechseln, statt lange an ein gekauftes Fahrzeug gebunden zu sein.
Viele Vorbehalte verschwinden erst durch praktische Erfahrung. Wer sich einmal an leises Fahren, niedrige Betriebskosten und das Laden im Alltag gewöhnt hat, entscheidet sich anschließend oft bewusst wieder für ein Elektroauto.
Trend zur praktischen Nutzung statt zum Besitz
Leasing wird heute nicht mehr nur bei Firmenfahrzeugen genutzt, sondern auch vermehrt im privaten Bereich. Immer mehr Menschen entscheiden sich heute bewusst gegen den klassischen Fahrzeugkauf. Für viele steht heute weniger der dauerhafte Besitz im Mittelpunkt, sondern vielmehr die flexible und unkomplizierte Nutzung eines Autos über einen bestimmten Zeitraum.
Dieser Wandel zeigt sich auch in vielen anderen Lebensbereichen. Musik und Filme werden heute gestreamt statt auf CDs oder DVDs gekauft. Software wird über laufende Abonnements genutzt und nicht mehr dauerhaft als Datenträger erworben. Selbst Fahrräder, Elektronik oder Möbel werden zunehmend gemietet oder über flexible Modelle genutzt.
Monatlich planbare Kosten, weniger langfristige Bindung und die Möglichkeit, regelmäßig auf neuere Modelle zu wechseln, passen für viele Menschen besser zum modernen Alltag als dauerhafter Besitz über viele Jahre hinweg.

