Steigender Pflegebedarf, zu wenig abgesichert

Warum Absicherung für den Pflegefall so wichtig ist

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Das Haushaltseinkommen von Pflegebedürftigen ist mit zirka 20.000 Euro im Jahr ähnlich hoch wie das von Nicht-Pflegebedürftigen. Allerdings erhalten 71 Prozent von ihnen öffentliche Transferleistungen. Und meistens haben sie auch weniger Geld. So verfügen sie im Schnitt über ein Vermögen von gerade einmal 9.000 Euro. Im Vergleich dazu: Die übrige Bevölkerung ab 60 Jahren besitzt 60.000 Euro.

Besonders wenig Geld haben alleinlebende Pflegefälle. Die meisten davon sind Frauen. Ihr Vermögen beträgt durchschnittlich magere 3.000 Euro. Mit 40 Prozent stellen sie indes einen großen Teil der Pflegehaushalte. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).


Wer kümmert sich und welche Zusatzkosten gibt es?

In 70 Prozent der Fälle pflegen Familienmitglieder ihre Angehörigen. Auf sie warten Zusatzkosten für Medikamente und privat zu finanzierende Pflegeleistungen. Ihr eigenes Einkommen nimmt jedoch in der Regel ab, denn Pflege und Beruf sind für sie nur schlecht zu vereinbaren. An dieser Stelle beginnt für viele Familien das Dilemma. Denn wenn die Pflegezeit länger dauert, können sie das nötige Geld oftmals nicht mehr aus dem laufenden Einkommen aufbringen. Stattdessen müssen sie auf ihr Vermögen zurückgreifen, so die Studie weiter.

Finanzielle Hilfe von im Schnitt 5.000 Euro pro Jahr gibt es für zirka 73 Prozent der Pflegebedürftigen aus der Pflegeversicherung. Das jedoch deckt häufig nicht den gesamten Pflegebedarf ab, denn der Gesetzgeber hat in der Vergangenheit die Pflegeleistungen nicht ausreichend an die laufende Preis- und Lohnentwicklung angepasst. Das Fazit der Studienautoren: „Man läuft der Preisentwicklung hinterher.“

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