Beschäftigte in Banken erzielen mit 70.250 Euro das höchste Mediangehalt aller Branchen in Deutschland. Das geht aus dem aktuellen Stepstone Gehaltsreport 2026 hervor, der auf über 1,3 Millionen Gehaltsdaten basiert. Knapp dahinter liegt mit 68.000 die Luft- und Raumfahrt. Die Versicherungsbranche belegt mit 66.500 Euro den dritten Platz.

Finanzsektor dominiert Gehaltsranking

Der Finanzsektor setzt sich damit deutlich vom bundesweiten Mediangehalt von 53.900 Euro ab. Im Vergleich verdienen Banker rund 30 Prozent mehr. Die Pharmaindustrie sowie Wissenschaft und Forschung erreichen jeweils 66.250 Euro und komplettieren die Top 5.

Am unteren Ende der Gehaltsskala liegen Hotel und Gastronomie mit 45.500 Euro sowie Land- und Forstwirtschaft mit 47.250 Euro. Die Spanne beträgt damit knapp 25.000 Euro.

Bildung und Region treiben Gehälter in der Finanzbranche

Innerhalb der Finanzbranche zeigen sich deutliche Unterschiede. Beschäftigte mit Hochschulabschluss erzielen ein Mediangehalt von 72.750 Euro, während Personen ohne akademischen Abschluss bei 54.000 Euro liegen. Führungskräfte mit Personalverantwortung erreichen 73.750 Euro, ohne Personalverantwortung liegt der Median bei 55.250 Euro.

Die Unternehmensgröße spielt eine wichtige Rolle. In Finanzunternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern liegt das Mediangehalt bei 50.250 Euro, in Großunternehmen mit über 5.000 Beschäftigten steigt es auf 67.500 Euro.

Die Region beeinflusst das Gehalt ebenfalls. In Frankfurt am Main, dem Finanzzentrum Deutschlands, liegt das Bruttomediangehalt bei 64.000 Euro. München führt mit 64.750 Euro, Hamburg folgt mit 60.000 Euro. Ostdeutsche Städte wie Dresden (51.000 Euro) oder Leipzig (51.250 Euro) liegen deutlich darunter. 

Geschlechterlücke in Finanzbranche am größten

Der Gender Pay Gap in der Finanzbranche liegt genau wie im Vorjahr bei 17,6 Prozent – höher als in jeder anderen untersuchten Branche. Männer verdienen deutlich mehr als Frauen. Bundesweit beträgt der unbereinigte Gender Pay Gap 9,7 Prozent. Werden strukturelle Unterschiede wie Position und Qualifikation berücksichtigt, bleibt ein bereinigter Gender Pay Gap von 4,8 Prozent.

Gehaltstransparenz wird 2026 zur Pflicht

2026 wird der Gesetzesentwurf zur EU-Entgelttransparenzrichtlinie erwartet. „Die neue EU-Richtlinie macht mehr Transparenz zur Pflicht“, sagt Sven Maaßen, Senior Manager Compensation bei Stepstone. Unternehmen müssen sich auf nachvollziehbare und faire Gehaltsstrukturen einstellen.

Trotz der Unterschiede steigt die Gehaltszufriedenheit. 36 Prozent der Beschäftigten zeigen sich 2025 zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Einkommen, nach 34 Prozent im Jahr 2024 und 32 Prozent im Jahr 2023.

Den vollständigen Report finden Sie hier