Mag Aktienfonds wirklich sehr: Redakteur Andreas Harms | © Nadine Rehmann

Steuerpläne der CSU

Gute Idee, aber bitte mit Fonds

Wer hätte das gedacht? Nach wahlweise teurem (Maut) und reaktionärem (Herdprämie) Schwachsinn kommt die CSU tatsächlich einmal mit einer guten Idee um die Ecke. Kursgewinne von Aktien sollen nach fünf Jahren Haltedauer steuerfrei sein, so der neue Plan der Christsozialen. Bisher wird jeder Gewinn, über welchen Zeitraum auch immer er entsteht, durch die Abgeltungssteuer gerupft, sobald der Anleger verkauft.

Freunde der Aktienkultur klatschen deshalb Beifall. Auch ich. Denn die Idee zielt genau in die richtige Richtung. Wer mit Aktien spekuliert, muss die Gewinne weiter versteuern. Wer sich aber langfristig etwas aufbauen will, bekommt einen Vorteil. Das fördert Vermögensaufbau und Altersvorsorge. Richtig so.

Allerdings vermisse ich einen wichtigen Zusatz. Denn völlig zu recht fühlen sich Anleger damit überfordert, Aktien einzeln auszuwählen. Das ist wirklich nicht ganz einfach. Um das Problem zu lösen, wurde der Investmentfonds erfunden. Er ist das ideale Instrument, um die Aktie der breiten Anlegerschaft näherzubringen. Er ist einfach, praktisch und bequem. Sei es in Form der von Verbraucherschützern so innig geliebten Indexfonds (auch: ETFs) oder als aktiv gemanagte Fonds.

Das neue Investmentsteuerrecht hat eine sehr sinnige Definition für Aktienfonds eingeführt, um Rabatte einzuräumen: Nämlich eine dauerhafte Aktienquote von mehr als 50 Prozent im Portfolio. Die kann man ohne weiteres übernehmen und Kursgewinne auf diese Fonds ab fünf Jahre ebenfalls steuerfrei stellen. Ausgeschüttete und wiederangelegte Dividenden laufen nach wie vor jedes Jahr über den Sparerfreibetrag beziehungsweise durch die Abgeltungssteuer. Fertig ist die Laube.

Sollte die CSU das noch in ihren Vorschlag mit einfügen, werde ich sie zwar immer noch nicht liebhaben. Einen Fleißpunkt fürs Mitdenken gibt es aber auf jeden Fall. Den kriegen andere Parteien (SPD) nicht.

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