Steve Jobs tritt zurück, was passiert mit der Apple-Aktie?

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"Ich habe immer gesagt, sollte jemals der Tag kommen, an dem ich nicht mehr länger meinen Verpflichtungen als Apple-Chef nachkommen und die Erwartungen erfüllen kann, werde ich der Erste sein, der es Euch sagt. Leider ist dieser Tag gekommen", so Jobs in seinem Abschiedsbrief an den Apple-Vorstand und die Apple-Community.

Apple gab diese Mitteilung gestern erst nach Börsenschluss nach draußen. Die Aktie sackte nachbörslich prompt um über fünf Prozent ab.

Der Rücktritt kam nicht völlig überraschend: Jobs leidet an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wegen Problemen mit seiner Spenderleber teilte Jobs am 17. Januar dieses Jahres mit, aus gesundheitlichen Gründen das Tagesgeschäft bis auf Weiteres an seinen langjährigen Weggefährten Tim Cook abzugeben. Damals ging es mit der Apple-Aktie auf einen Schlag acht Prozent nach unten.

Dieser Cook soll nun neuer Apple-Chef werden. Jobs bleibt dem Konzern als Vorsitzender des Aufsichtsrates und damit oberster Kontrolleur erhalten.

Mit Steve Jobs an der Spitze hat Apple nicht nur Millionen von Konsumenten, sondern auch zahlreichen Aktionären und Fondsmanagern Freude bereitet: Ende 2003 notierte die Aktie bei gerade einmal knapp 11 Dollar. Seitdem hat sie sich das Papier mehr als verdreißigfacht.
Bildstrecke: Höhen und Tiefen: Steve Jobs und die Apple-Aktie
Anleger auf der ganzen Welt fragen sich nun, wie sich das Ausscheiden von Jobs mittel- und langfristig auf ihr Investment auswirkt.    

Gestern reagierten die Analysten einigermaßen gelassen auf Jobs' Rücktritt. Auch wenn der Mann mit den genialen Ideen und dem einzigartigen Verkaufstalent nicht mehr in der ersten Reihe tanzt, werde Apple wohl weiterhin auf der Erfolgsspur bleiben können, so der Tenor. Schließlich werde es sich Jobs nicht nehmen lassen, auch zukünftig an der Konzernstrategie mitzufeilen.

Keine „Jobs-Prämie“

Auch Stuart O’Gorman und Ian Warmerdam, Managern des Henderson Horizon Global Technology Fund, bereitet der Rücktritt von Jobs keine großen Bauchschmerzen. In einem aktuellen Kommentar schreiben sie: "Apple bleibt auf Erfolgskurs, nicht zuletzt weil der Markt über die Gesundheitsprobleme von Jobs Bescheid wusste. Im aktuellen Preis der Aktie ist sicherlich keine „Jobs-Prämie“ enthalten. Außerdem bleibt Jobs Chairman von Apple und spielt in dieser Funktion weiterhin eine wichtige Rolle."

Die Henderson-Fondsmanager weiter: "Apple notiert beim Elffachen der erwarteten Gewinne und ist damit nur unwesentlich höher als der Gesamtmarkt bewertet. Berücksichtigt man die hohen Liquiditätsbestände, ist die Bewertung sogar günstiger als der Gesamtmarkt und der Technologiesektor. Und das bei einer hervorragenden Marktposition und einem Umsatzwachstum im zweiten Quartal von 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr."

"Steve Jobs ist längerfristig sehr wichtig für Apple"

Doch es gibt auch skeptische Stimmen: Anfang des Jahres, als Jobs seine Auszeit bekannt gab, sah zum Beispiel Gunther Kramert, Fondsmanager des Unisector Hightech A, die Zukunft von Apple ohne Jobs weniger rosig: „Steve Jobs ist längerfristig sehr wichtig für Apple, da er es in der Vergangenheit exzellent verstanden hat, die zukünftigen Kundenbedürfnisse für Konsumelektronik zu identifizieren, zukünftige Trends frühzeitig zu erkennen und diese erfolgreich in Produkte umzusetzen“.

Außerdem sei Jobs ein einzigartiger Vermarktungsprofi. „Der Umsatz von Apple in der Vergangenheit ist im Wesentlichen auf all diese Fähigkeiten zurückzuführen“.  

Erst neulich verkaufte Edouard Carmignac Apple-Aktien in großen Stil - mit einem satten Gewinn versteht sich -, um seinen Flagschiff-Fonds Carmignac Investissement defenisver aufzustellen.

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