Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW

Ungereimtheiten bei Test-Siegeln und Auszeichnungen

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Testsiege und -siegel sollen Kunden, egal, ob in der Print- oder Online-Werbung, in Radio- oder Fernsehspots, die Botschaft vermitteln: Versicherung ist Vertrauenssache, der Vertragsabschluss lohnt sich.

Die Verbraucherzentrale NRW wollte nun wissen, ob diese Auszeichnungen diesem Anspruch auch gerecht werden. Dazu schaute sie sich ausgestellte Referenzen von 20 Versicherungen näher an – und wunderte sich. 

So begegnete den Verbraucherschützern gleich viermal der Titel „Fairster Kfz-Versicherer 2014“. Die Auszeichnung vergibt das Magazin Focus Money auf Basis einer Umfrage unter mehreren tausend Fahrzeughaltern. Fiel die subjektive Einschätzung über den Versicherer sehr gut aus, gab`s den Superlativ-Titel. Bei wem es noch zum guten Eindruck reichte, durfte sich als „fairer Kfz-Versicherer“ bezeichnen.

Vorsicht sei stets geboten, wenn das Wort „Top“ fällt, warnen die Verbraucherschützer. Top heiße nämlich nicht automatisch der beste Versicherer in diesem Produktfeld. So habe etwa die DKV mit dem Titel „Top Krankenversicherer 2014“ geworben. Im zugehörigen Test waren aber elf Gesellschaften besser platziert. 

Gut hinschauen lohnt sich auch beim Emblem der Zeitschrift Ökotest. So schaffte es etwa eine Hausratversicherung der DEVK (Komfort) laut Testsiegel auf den 2. Rang. „Doch auf dem Rang war – wie im Theater – eine Menge Platz. Tatsächlich hatten 27 Konkurrenz-Tarife mit ihren Policen besser abgeschnitten: Davon 6 im 1. und 21 im 2. Rang der Ökotest-Tabelle“, heißt es von den Verbraucherschützern.

Die Siegel und Titel kosten dabei ordentlich Geld. „Locker einige tausend Euro kann es beispielsweise kosten, das Logo von Focus Money oder Stiftung Warentest zu verwenden. Die Zeitschrift Ökotest kassiert ‚netto‘ knapp 700 Euro“, so der Bericht.

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