Abhijit Sarkar managt den BNY Mellon Vietnam,<br/>India & China Fund

Abhijit Sarkar managt den BNY Mellon Vietnam,
India & China Fund

Stief-Börse Vietnam: “Der Markt muss noch weiter an Tiefe gewinnen“

DER FONDS: Vietnam gilt als einer der aussichtsreichsten Grenzmärkte der Welt, doch die Börse kommt nicht aus dem Keller. Woran liegt’s?

Abhijit Sarkar: Vietnam hat nach wie vor ein großes Handelsbilanzdefizit, weil es sehr viele Investitionsgüter importiert. Das übt Druck auf die Landeswährung Dong aus, die gegenüber dem US-Dollar auf Jahressicht mehr als 10 Prozent verloren hat.

DER FONDS: Und ausländische Anleger fürchten jetzt weitere Verluste?

Sarkar: Ja, und das nicht ganz zu Unrecht. Trotzdem lohnt sich auf dem aktuellen Niveau eine Investition: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nur noch 8 ist Vietnam derzeit einer der billigsten Märkte der Region, so dass auch bei einer weiteren Abwertung von 5 oder 10 Prozent genügend Raum für attraktive Gewinne bleibt.

DER FONDS: Welche Vorzüge bietet der Markt außer der günstigen Bewertung sonst noch?

Sarkar: Zu viele, um sie hier alle aufzuzählen. Vietnam hat eine sehr junge und konsumfreudige Bevölkerung, und alle in den vergangenen Jahren importierten Maschinen und Anlagen werden die Produktivität der Industrie über kurz oder lang deutlich steigern. Der schwache Dong erhöht zudem die internationale Wettbewerbsfähigkeit ("Vietnam wird in den kommenden Jahren ein ähnliches Wachstum wie China und Indien erleben").

DER FONDS: Trotzdem liegt der Vietnam-Anteil Ihres Portfolios derzeit nur bei 7 Prozent.

Sarkar: Wir würden gern mehr machen, doch dafür muss der Markt durch weitere Privatisierungen erst an Tiefe gewinnen. Dann sind auch Quoten weit oberhalb von 10 Prozent denkbar.

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