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Stiftung Warentest: Die Finanzberatung wird immer schlechter

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Schwer war die Aufgabestellung nicht. 35.000 Euro wollten die Testkunden jedem der getesteten Kreditinstitute anvertrauen. Das Geld sollte der Berater mit bedingter Risikobereitschaft anlegen. Außerdem wünschten sich die angeblichen Kunden, auch vor Ablauf der Anlagezeit wieder schnell an ihr Geld heranzukommen – auch mit etwas Verlust.

Über die Ergebnisse ihrer Studie, die im Frühjahr 2010 bei 146 Beratern aus 21 Banken und Sparkassen durchgeführt wurde, zeigte sich die Stiftung Warentest jedoch erschüttert. Denn ein Drittel der Berater war mit der Aufgabenstellung überfordert und hielt sie für nicht erfüllbar. Die meisten empfahlen einen zu riskanten Anlagemix. Viele hatten eher ihre Provisionen als das Kundenwohl im Blick und versuchten vermehrt, den Testern fondsgebundene Renten- oder andere Versicherungen, die viel Provision abwerfen, anzudrehen.

„Mangelhaft“ für sechs Banken

Im Endeffekt schnitt kein einziges Kreditinstitut mit „gut“ ab. Dafür gab es sechs Mal die Note „mangelhaft“ – und damit vier Mal häufiger als im vergangenen Jahr, als die gleichen Häuser von Stiftung Warentest unter die Lupe genommen wurden. So lieferten die Berater von Postbank, Hypovereinsbank, Targobank, BW Bank, Nassauische Sparkasse und Volksbank Mittelhessen Leistungen ab, die gegen alle Grundsätze einer professionellen Finanzberatung verstoßen.
Zudem hat mehr als die Hälfte aller Testkunden das gesetzlich vorgeschriebene Beratungsprotokoll nicht erhalten. Auch einigen Kunden, die explizit nach dem Protokoll fragten, wurde dieses verweigert. Damit bestätigt die Untersuchung den Vorwurf der Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner, die den Banken vorsätzlichen Gesetzesbruch vorgeworfen hat. Auch die ebenfalls vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Fragen nach den finanziellen und persönlichen Verhältnissen der Kunden sowie nach seinen Anlagezielen, unterblieben häufig.

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