Stiftungen Hilfe bei der Auswahl des Vermögensverwalters

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Kapitalanlagegesellschaften als Pool zur Identifikation von Fachexpertise

Viele der auf unabhängige Vermögensverwalter spezialisierten Kapitalanlagegesellschaften wie Universal Investment, Ampega, Hansainvest und viele andere Häuser können erste Anhaltspunkte für Know-how bei Stiftungsfonds - beziehunsgweise bei Fonds die Stiftungseignung aufweisen, (Mischfonds, Vermögensverwaltende Ansätze) liefern.

Auch beim Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland (VuV) erhält man weiterführende Hinweise zum Gebiet Vermögensverwalter und Stiftungen. Diese Vorrecherche hilft oft als einer von vielen Vorfiltern, um in den direkten Dialog mit den potentiell passenden Kandidaten zu gelangen. Idealerweise könnte es ja sein, dass der Manager (Fondsadvisor) mit einem guten Mittelaufkommen – ob im Fonds oder bei Direktmandaten – auch noch so gut vernetzt ist, dass der bei Stiftungen vielleicht sogar noch mittelbar oder unmittelbar beim Frundraising für einen guten Zweck zur Seite stehen könnte.

Exkurs: Fundraising und Niedrigzinsphase

Stiftungen leiden derzeit unter dem Niedrigzinsumfeld. In der Asset-Management-Industrie gibt es nicht so häufig Neuigkeiten: Vor Jahren klagte man über Neuer Markt, Finanzkrise oder zu niedrige Aktienerträge. Alles Umfelder, auf die man schwer über den mittelbaren Weg Portfolio Management Einfluss nehmen kann – der Blick in die Glaskugel erscheint schwer.

In den Bereichen Marketing, Public Relations und Vertrieb (hier auch Fundraising) besteht unter Umständen der subjektive Eindruck, dass man durch den Einsatz zusätzlicher Intelligenz bei der Ansprache, sowie durch die Erhöhung der „Schlagzahl“ (Aktivität), direkt Mittel zusätzlich einwerben kann. Aus der Fondsindustrie gibt es viel Expertise die man nutzen könnte. Ob für einen Publikumsfonds Mittel eingeworben werden oder für einen guten Zweck Sponsoren überzeugt werden sollen – viel bei der Vorgehensweise ähnelt einander.

Wenn sich diese Welten mehr annähern würden, könnten vielleicht noch Lösungen (im Sinne von „Mittelzuflüssen“ bei Stiftungen) entstehen, an die man derzeit noch nicht denkt. Synergien zwischen den Bereichen Fondsindustrie, Family Offices und Vermögensverwaltern bestehen durchaus. Vielleicht hat man als Externer einfach einen anderen Blick hierauf und hat andere Erfahrungen gemacht.

Ausblick: Triviale Lösungen – Teufel steckt oft im Detail

„Fiduciary Management“, „Asset Management Consulting“, „Trusted Advisory“ – wie auch immer man diese Beratungsleistungen nennt: Am Schluss geht es um Faktoren wie Unabhängigkeit, Know-how, Netzwerk, Performance und Vertrauenswürdigkeit.

Eine weitere, oft unterschätzte Komponente besteht darin, dass der Stifungsentscheider einen zentralen Ansprechpartner in seinen Belangen sucht, oft einen einfachen „Problemlöser“ und Kommunikator. Warum bedarf dies häufig besonderer Erwähnung? Weil es eine große Anzahl von Datenbanken, Internetseiten, Publikationen, Veranstaltungen et cetera gibt, die in Kombination sehr wertvoll sein können für denjenigen, dessen Schwerpunkt in der Beschäftigung mit diesen Quellen liegt, zuzüglich Fachspräche mit Berufskollegen. Viele Stiftungsentscheider leisten dies schon häufig zum großen Teil.

Wenn es einfach zu viel wird, Zeit gespart werden soll oder man vertrauenswürdige Sparringspartner braucht, kann der Weg über Externe in Einzelfällen sinnvoll sein. Seriöser Weise kann dies auch in bestimmten Fällen mit einer Minderperformance Hand in Hand gehen – wer sagt denn, dass der Premium Service Wealth Management und Private Banking in allen Fällen fortwährend die Auswahl des Jahresbesten im Asset Management garantieren kann?

Zum Stichwort Erwartungsmanagement: Demut von Stiftungs- wie auch von Portfolio Manager-Seite erscheint an dieser Stelle unter Umständen angebracht!

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