Themen
TopThemen
Fonds
Fondsanalyse
Mediathek
Märkte
Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender Finanz-Charts Globale Märkte Krypto-Kurse (in Echtzeit) Währungen (in Echtzeit)

Strafe nach Libor-Skandal

Deutsche Bank soll Rückstellungen zu niedrig angesetzt haben

//

Die größte deutsche Bank hat rund 1,03 Milliarden Dollar für Sanktionen im Gefolge der internationalen Ermittlungen zur Rolle der Bank bei der Manipulation des Londoner Interbankensatzes zurückgestellt, so die Schätzung von sieben Analysten in einer Bloomberg-Umfrage. Dabei lag die niedrigste Schätzung bei 750 Millionen Dollar, die höchste bei 1,2 Milliarden Dollar.

Laut informierten Kreisen steht das Kreditinstitut mit Sitz in Frankfurt vor einer Einigung mit den Behörden in den USA und Großbritannien, die eine Geldstrafe von mindestens 1,5 Milliarden Dollar anstreben. Das wäre die höchste Strafe, die bisher eine Bank für einen Vergleich im Zusammenhang mit dem Libor gezahlt hat.

Analyst Dieter Hein von Fairesearch/AlphaValue in Kronberg bei Frankfurt schätzt den Bedarf für zusätzliche Rückstellungen als beherrschbar ein. Zusätzliche Kosten wären nicht so bedeutend, wenn man sie mit dem vergleicht, was die Bank in der Vergangenheit bei Rechtsstreiten gezahlt hat, führte er aus.

Ende Dezember hatte die Bank 3,2 Milliarden Euro an Rückstellungen für Rechtskosten gebildet, wie aus einer Präsentation der Deutschen Bank vom 29. Januar hervorgeht. Details zu den Reserven wurden nicht genannt. Über die vergangenen drei Jahre hat die Bank Rechtskosten in Höhe von rund 7,1 Milliarden Euro verbucht.

Ein Sprecher der Deutschen Bank wollte sich nicht dazu äußern. Zuvor hatte das Handelsblatt ohne Nennung von Quellen berichtet, dass die Bank etwas mehr als eine Milliarde Dollar für den Libor-Fall zurückgestellt habe und dass keine Top- Manager deswegen ihren Hut nehmen würden.

Neben den Libor-Untersuchungen laufen auch Prüfungen zur Rolle der Deutschen Bank im Devisenhandel, bei forderungs- und hypothekenbesicherten Anleihen sowie im Edelmetallhandel, wie aus dem Geschäftsbericht für 2014 hervorgeht. Außerdem wird untersucht, ob die Bank gegen US-Sanktionen verstoßen hat.

Den bisherigen Rekord für eine Geldstrafe im Zusammenhang mit den Libor-Ermittlungen hält die UBS Group, die 2012 mit einer Strafe von 1,5 Milliarden Dollar belegt wurde.

Mehr zum Thema
Deutsche Bank
Credit Suisse könnte Investmentbank verkleinern
Vergleich im Zinsskandal
Deutsche Bank steht vor Milliarden-Strafe
nach oben