Strafzahlung an die US-Behörden

Commerzbank zahlt mehr als eine Milliarde Dollar

//
Die Commerzbank wird zur Beilegung von Vorwürfen der US-Behörden zu Regelverstößen mehr als eine Milliarde Dollar zahlen, berichtet die Finanzzeitung „Financial Times” in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Commerzbank hat nach Auffassung der US-Justiz Sanktionsbestimmungen umgangen und gegen Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäsche verstoßen.

Laut „FT” liegt die Strafzahlung voraussichtlich oberhalb der bislang genannten Summe von 600 Millionen Dollar. Die höhere Strafe resultiere aus einer parallel laufenden Untersuchung der Bundesstaatsanwaltschaft in Manhattan. Eine Einigung sei bis zum Jahresende zu erwarten, allerdings könnten ebenso noch Änderungen vorgenommen werden.

Commerzbank-Sprecherin Margarita Thiel wollte sich auf Nachfrage von Bloomberg News zum Bericht nicht äußern. Laut dem Blatt waren auch keine Aussagen aus dem Justizministerium in Washington und der New Yorker Finanzaufsichtsbehörde zu erhalten.

Die Commerzbank soll den Vorwürfen der US-Behörden zufolge verhängte Sanktionen der USA gegen Iran, Sudan, Nordkorea, Myanmar und Kuba gebrochen haben. Die Behörden stellen überdies in Frage, ob die deutsche Großbank genug unternimmt, um Geldwäschepraktiken zu unterbinden.

Zum Jahresende 2013 hatte die Commmerzbank bereits eine Provision für Rechtsstreitigkeiten in Höhe von 934 Millionen Euro vorgenommen, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Darin wurden einzelne Rechtsfälle nicht separat ausgewiesen.

Mehr zum Thema
Firmenkunden und InstitutionelleCommerzbank führt Negativzinsen ein Mit allen Wassern gewaschenWie Betrüger mit Finanzmathematik die Kunden täuschen Devisen-FallDeutsche Bank vor 5,1 Milliarden Euro Strafe