Strahlende Anlagen

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Uran-Zertifikate sind stark konzentriert, hochspekulativ und tief gefallen. Jetzt haben die Zertifikate erneut das Zeug zum Highflyer
Privatanleger haben nur einen beschränkten Zugang zu dem umstrittenen Rohstoff Uran. Ein physischer Besitz, vergleichbar mit dem Kauf eines Goldbarrens, scheidet aus. Und auch in einige Hedge-Fonds, die das Uran unter strengsten Auflagen lagern dürfen, können deutsche Anleger nicht investieren. Alternativen sind Aktien von Uranminenbetreibern und den meist kleinen börsennotierten Unternehmen, die sich auf das Aufspüren neuer Vorkommen spezialisiert haben. Einzelinvestments sind jedoch hochspekulativ. Allerdings ist auch ein Zertifikate- Investment alles andere als risikofrei.
Ein treffliches Beispiel für eine sehr wilde Kursentwicklung liefert das Uran-Basket-Zertifikat (UB1 URA) von UBS. Es wurde Ende April 2006 aufgelegt und ist das älteste auf dem deutschen Markt.
UBS emittierte das Zertifikat zu 100 Euro. In den ersten acht Wochen fiel es auf 80 Euro. Anfang Oktober 2006 ging dann die Rally los: In nur acht Monaten stieg das Zertifikat bis auf 180 Euro im Mai 2007. Von dort aus ging es Mitte Juli wieder talwärts bis im September vergangenen Jahres. Jetzt kostet es 109 Euro. Wer von Anfang an und bis heute dabei ist, liegt immerhin noch knapp 9 Prozent im Plus.
Anleger des Uranium-Zertifikats (DWS 0G8) von DWS Go hatten weniger Glück. Das Timing der Auflage am 3. Mai 2007 war von der Gesellschaft sehr unglücklich gewählt. Mitte September 2007 hatte das Papier schon fast 50 Prozent an Wert verloren.

Aktives Management ist wichtig

Drei der vier in Deutschland erhältlichen Uranzertifikate ähneln sich stark. Wichtige Unterschiede liegen im Detail. Die Produkte von Société Générale, Merrill Lynch (ML0 BDN) und UBS sind sehr stark konzentriert und nur in acht bis zehn Unternehmen investiert. Die Portfolios sind nahezu identisch. In den Körben von Merrill Lynch und Société Générale befinden sich neben den klassischen Uranminen auch Aktien der Rohstoff-Riesen BHP Billiton und Rio Tinto. Das maßgebliche Geschäft der beiden Unternehmen findet zwar jenseits der Uranminen statt, doch gerade deshalb sind die Großkonzerne eine sinnvolle Stütze im Umfeld der eher kleinen Minengesellschaften.
UBS verzichtet auf die beiden Riesen und bietet damit ein reineres Uranportfolio an. Weder das Merrill-Lynchnoch das UBS-Zertifikat sind jedoch empfehlenswert. Beide Emittenten pflegen ihre Aktienkörbe nicht, behalten aber dennoch die Dividenden ein. Beim UBS-Produkt fallen immerhin keine weiteren Kosten an, Merrill Lynch verlangt zusätzlich noch ein Prozent „Managementgebühren“. Die müssen Anleger auch für das Urax-Zertifikat (SG0 URX) der Société Générale zahlen, nur lässt die Gesellschaft den Kosten auch Taten folgen: Vierteljährlich überprüft sie die Zusammensetzung. Unter den konzentrierten Uran-Körben ist das Urax-Zertifikat daher erste Wahl.

Es gibt über 500 Uranminen


Das Uranium Exploration Zertifikat von DWS Go ist mit derzeit 21 Titeln breiter gestreut, es wird aktiv verwaltet, und auch die Dividenden fließen an die Investoren. Dafür liegt die jährliche Managementgebühr bei 1,75 Prozent. Die Zusammensetzung ist trotz des unglücklichen Starts vielversprechend: Der Korb enthält größtenteils junge und recht kleine Unternehmen aus Kanada, Australien und den USA. Großkonzerne sind nicht im Portfolio. Dafür umso mehr Explorationsunternehmen, die nach Uranvorkommen suchen, oder Firmen, die sich mit dem Uranabbau beschäftigen.
Großer Vorteil des Zertifikats ist daher das aktive Management. Allein seit 2004 sei die Zahl börsennotierter Uranexplorationsgesellschaften von knapp 20 auf über 500 gestiegen, schreibt die Schweizer Zeitung „Finanz und Wirtschaft“. „Die Situation ist vergleichbar mit dem Technologieboom“, zitiert das Blatt Amir Adnani. „Hohe Chancen und Risiken liegen sehr dicht beieinander“, so der Chef der Explorationsgesellschaft Uranium Energy.