Marc Radke (stv. Chefredakteur)Lesedauer: 9 Minuten

Multi-Asset-Income-Fonds Strategie gegen Pandemie

Baumbar im österreichischen Kaprun
Baumbar im österreichischen Kaprun: Mitarbeiter bereiten den Neustart nach dem Lockdown vor | Foto: imago images/Eibner Europa

„Nein, das ist gar kein Thema für mich. Ich will die Kohle ja sofort ausgeben.“ So resolut begründete jüngst ein langjähriger DAS-INVESTMENT-Leser im Ruhestand, warum er für sein eigenes Depot nur noch Mischfonds mit regelmäßigen Auszahlungen ins Auge fasst. Dass er dabei den lukrativen Zinseszinseffekt einer Wiederanlage sausen lässt, spielt für ihn nach eigenem Bekunden keine Rolle. Schließlich wolle er kein Vermögen mehr anhäufen, sondern gut leben.

Mit dem Wunsch nach regelmäßigen Erträgen steht der frühere Vermögensberater keineswegs allein da. Die lassen sich im fortwährenden Niedrigzinsumfeld jedoch nicht mehr wie einst mit risikolosen Staatsanleihen verwirklichen. Infolgedessen erfreuen sich Anbieter freigiebiger Mischfonds, die häufig das Label „Multi Asset Income“ tragen, schon seit Jahren regen Zulaufs.

Um der Nachfrage zu entsprechen, kommen auch bestehende Fonds-Angebote in den Genuss zusätzlicher Anteilsklassen. So geschehen beispielsweise beim Allianz China Multi Income Plus (ISIN: LU0396098781), den Fondsanbieter Allianz Global Investors im Jahr 2009 ursprünglich als rein thesaurierendes Portfolio auf den Markt gebracht hat.

Erst seit vier Jahren gibt es monatlich ausschüttende Anteilklassen für die auf das Reich der Mitte konzentrierte Strategie. Aufs Jahr gesehen zahlt die Fondsgesellschaft Anlegern 4 Prozent des investierten Kapitals aus.

Das Erfolgsversprechen klassischer Mischfonds bleibt dabei bestehen: An- sprechende Renditen ohne allzu viel Börsen-Sorgen. Anders als bei reinen Aktienfonds, auf denen ein „Income“-Label prangt, suchen Manager von entsprechenden gemischten Strategien ihr Renditeglück nicht ausschließlich bei fleißigen Dividendenzahlern.

Zu denen gesellen sich stattdessen noch reichlich Anleihen, nicht selten mit einem möglichen Anteil von 50 Prozent und mehr. Da die Renten fallende Aktienkurse abfedern können, sollen auch weniger risikofreudige Kunden so ihr Glück finden.

Soweit die wohlklingende Theorie, in der Praxis geizen aber selbst festverzinsliche Titel von wenig verlässlichen Schuldnern schon seit Jahren mit ihren Zinsen. Wo einst vor der globalen Finanzkrise noch zweistellige Renditen pro Jahr einzustreichen waren, locken inzwischen bei High Yields aus den USA weniger als 6 Prozent.

Bei Euro-Papieren gibt es nicht einmal mehr 4 Prozent. Hochprozenter aus Fernost sind meist mit etwas üppigeren Kupons zu haben, sodass die durchschnittliche Rendite dort bei rund 7 Prozent jährlich liegt. Als solide eingeschätzte Investment-Grade-Anleihen liefern in Asien im Schnitt 3,6 Prozent.

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