Strategieänderung

George Soros schimpft mit Penn-Virginia-Chef

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George Soros ist kein Kontrollfreak. Zumindest, wenn es um das Management von Unternehmen geht, deren Aktien er im Portfolio seines Hedgefonds Soros Fund Management hält. Im Gegensatz zu Hedgefondsmanagern wie Carl Icahn, die als Großaktionäre das Top-Management von Unternehmen unter Druck setzen, ist der 83-Jährige noch nie mit vergleichbaren Aktionen in Erscheinung getreten.

Bis jetzt. Denn nun ist ein Brief aufgetaucht, in dem Soros Fund Management den Vorstandschef des Ölkonzerns Penn Virginia, Edaward Cloues, scharf angreift. Wie Dealboox.nytimes.com auf seiner Webseite berichtet, wirft Scott Bessent, Investment-Chef von Soros Fund Management, Cloues eine „desaströse“ Kommunikation mit den Investoren sowie „ungeheuerliche strategische Fehlentscheidungen“ vor.

Soros Fund Management hält 10 Prozent an Penn Virginia. Während der Aktienindex Standard & Poor’s 500 sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt hatte, sind die Penn-Virginia-Aktien derzeit ungefähr genauso viel wert wie 2009. Das dürfte der Grund für Soros‘ Einmischung gewesen sein.

Beobachter gehen davon aus, dass das Schreiben an Cloues erst der Anfang war. In seinem Kommentar auf Dealboox.nytimes.com geht Reuters-Kolumnist Christopher Swann davon aus, dass der Star-Investor in die Fußstapfen von Carl Icahn & Co. treten will.

Icahn ist in der Finanzwelt für sein aggressives Verhalten bekannt. Der US-Milliardär steigt häufig mit großen Positionen bei unterbewerteten Unternehmen ein und fordert sie auf, die Interessen der Aktionäre stärker zu vertreten. So pocht er beispielsweise auf höhere Dividenden oder verstärkte Aktienrückkaufprogramme – so geschehen bei Apple. Icahn forderte Apple auf, das Rückkaufprogramm von 100 auf 150 Milliarden US-Dollar zu erweitern.

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