Christian Hilmes (Redakteur)Lesedauer: 2 Minuten

Diesel-Skandal Streitwert steigt auf über 9 Milliarden Euro

Kosten des Diesel-Skandals für Rechtsschutzversicherer
Autoabgase: Laut Deutschem Richterbund gab es allein im vergangenen Jahr rund 30.000 neue Klagen gegen Autohersteller. Das treibt die Kosten des Diesel-Skandals für Rechtsschutzversicherer weiter in die Höhe. | Foto: Foto von Khunkorn Laowisit von Pexels

Knapp sechs Jahre nach Bekanntwerden von Abgasmanipulationen bei Diesel-Fahrzeugen steigen die Prozesskosten unvermindert an. Bis Ende Mai hatten die Rechtsschutzversicherer für Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten mehr als eine Milliarde Euro ausgegeben.

>>Vergrößern!   Grafik: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Diese Zahlen gehen aus einer aktuellen Erhebung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Seit Oktober vorigen Jahres kamen demnach rund 60.000 weitere Rechtsschutzfälle und ein Mehraufwand von mehr als 250 Millionen Euro hinzu.

Teuerster Schaden in der Geschichte der Rechtsschutzversicherer

„Der Diesel-Skandal ist das bislang teuerste Schadenereignis in der Rechtsschutzversicherung überhaupt“, erklärt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Ein Ende der Verfahren sei nicht in Sicht; der Kreis der betroffenen Hersteller weite sich noch aus.

„Der Gesamtstreitwert aller über die Rechtsschutzversicherer abgewickelten Diesel-Rechtsschutzfälle ist inzwischen auf über neun Milliarden Euro gestiegen“, so Asmussen weiter. Insgesamt bearbeiten die Rechtsschutzversicherer jährlich über 4 Millionen Fälle und leisten dafür rund 3 Milliarden Euro.

Bis Ende Mai nahmen über 350.000 Kunden im Streit mit Autoherstellern wegen mutmaßlich manipulierter Abgaswerte ihre Rechtsschutzversicherung in Anspruch. Der durchschnittliche Streitwert pro Dieselfall hat sich auf rund 26.000 Euro erhöht. Grund sind höherpreisige Fahrzeuge, zuletzt beispielsweise Wohnmobile. 

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