„Stresstests“ für Privatanleger sind notwendig

Seite 2 / 2



Aktuell lassen sich mit Staatsanleihen oder Geldmarktprodukten nur sehr geringe Renditen erzielen. Daher wäre die Nettorendite bei einer anziehenden Inflationsrate schnell negativ. Daneben würde die Kaufkraft rapide sinken. Ähnlich schlimm wären Schuldenschnitte, da hier nur Teile der Investitionssummen zurückgezahlt würden. Somit wäre die obige Risikoanalyse aber hinfällig.

Wie kann man dieser Gefahr nun begegnen? Dazu sind zwei Schritte unerlässlich. Zum einen muss sich der Anleger seiner aktuellen Vermögensstruktur bewusst sein und diese ausgewogen gestalten, um bei potenziellen Kursverlusten oder einer möglichen Geldentwertung möglichst risikoarm aufgestellt zu sein. In einem zweiten Schritt muss dann analysiert werden, wie sich die einzelnen Bestandteile des Vermögens in marktrelevanten Szenarien verhalten. Daraus können beispielsweise Grenzen abgeleitet werden, die verschiedene Anlageklassen im Portfolio einnehmen sollten. So könnte beispielsweise festgelegt werden, dass Gold und Immobilien zusammen mindestens 20% des Vermögens ausmachen sollten, um sich gegen die aktuellen Entschuldungsgefahren abzusichern. Im Gegenzug könnte ein Maximallimit von 60% den Anteil an Aktien und Rohstoffen deckeln, um die Schwankungen des Portfolios zu verringern.

Diese Grenzen können dann in eine Portfoliooptimierung übernommen werden. Stresstests bieten also auch zusätzliche Unterstützung bei einer professionelle Anlage bzw. Beratung. Im besten Fall ist das Vermögen danach so diversifiziert, dass möglichst viele Stressszenarien abgefedert werden können.


Zur Person: Daniel Ziggel ist geschäftsführender Gesellschafter der quasol GmbH. Dort beschäftigt er sich mit Portfoliooptimierung, quantitativen Handelsstrategien und Risikomanagement. Ab Oktober 2011 führt Ziggel zusätzlich für die Golfmann Stahlberger Unternehmensberatung Fortbildungen zum Thema „Kapitalanlage- und Risikomanagement durch“.

Mehr zum Thema