Streubomben-Hersteller profitieren von Riester-Verträgen

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„Kaum ein Riester-Sparer will sein Geld in Streubomben und andere heimtückische Waffen investiert wissen“, so fasst „Finanztest“, eine Zeitschrift der „Stiftung Warentest“ das Ergebnis einer aktuellen Online-Umfrage unter 3.500 Lesern – „ein Rekord für eine Finanztest-Umfrage“ – zusammen. Drei Viertel der Umfrageteilnehmer zeigten sich sogar bereit, auf entsprechende Gewinne zu verzichten, wenn ihre Anbieter entsprechende Papiere verkaufen würden.

Die Anbieter sehen das anders. „Das Thema hat viele Institute auf dem falschen Fuß erwischt“, klagt „Finanztest“. Denn von den insgesamt 174 befragten Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen und Bausparkassen konnten lediglich 12 glaubhaft beweisen, dass derartige Investments in ihren Riester-Produkten ausgeschlossen seien. Dazu zählen die Fondsgesellschaften Union Investment und DWS, der Versicherungskonzern Generali und seine beiden Töchter Aachen Münchener und Cosmos Direkt, sowie die Versicherer Axa, Debeka, Oecocapital und Zurich und die Raiffeisenbank Rastede. Bei der Ethikbank und der Bank für Kirche und Caritas sind Papiere von Rüstungsunternehmen generell ausgeschlossen.

Die restlichen der befragten Finanzinstitute wollten den Testern entweder keine Auskunft geben oder konnten ihre Aussagen, keine Aktien oder Anleihen von Streubombenproduzenten zu besitzen, nicht glaubhaft belegen. Andere gaben lediglich an, das Geld in großen Indizes anzulegen. In einigen der Indizes seien jedoch auch Waffenhersteller gelistet, erklärt „Finanztest“.  

Hintergrundinfo: Streubomben zählen zu den gefährlichsten Waffen der Welt. Sie enthalten viele kleinere Bomben, die sich in der Luft über einer riesigen Fläche ausbreiten. International sind sie seit August 2010 geächtet, in Deutschland ist ihre Herstellung im Sommer 2009 verboten worden.

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