Ausruhen ist nicht: Arbeitnehmer müssen immer länger arbeiten, um ihr Einkommen im Alter aufzubessern. Foto: Fotolia

Ausruhen ist nicht: Arbeitnehmer müssen immer länger arbeiten, um ihr Einkommen im Alter aufzubessern. Foto: Fotolia

Studie: 25 Prozent weniger Rente vom Staat

„Damit zukünftige Ruheständler ein Alterseinkommen in vergleichbarer Höhe mit dem der heutigen Rentner erzielen, müssen sie ihr Sparverhalten und ihre Arbeitseinstellung ändern. Jeder Einzelne muss mehr Verantwortung für ein angemessenes Einkommen im Alter übernehmen und seine Altersvorsorge überdenken“, sagt Jay Ralph, Vorstandsmitglied der Allianz SE und zuständig fürs Asset Management.

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Das Fazit beruht auf Ergebnissen des neuen Allianz Demographic Pulse. Danach haben  die Schuldenkrise, starke und häufige Schwankungen an den Finanzmärkten und das Niedrigzinsumfeld die Möglichkeiten einer kapitalgedeckten Altersvorsorge eingeschränkt. Arbeitnehmer üben ihren Beruf nicht nur deshalb länger aus, weil Regierungen das Renteneintrittsalter angehoben haben, sondern weil ihre Einnahmen aus kapitalgedeckten Rentenplänen niedriger ausfallen als erwartet.

Als Folge erhöhte sich in Europa, Asien und den USA die Erwerbstätigenquote der 60- bis 64-Jährigen über die vergangenen zehn Jahre. In Europa war der Zuwachs in Deutschland und den Niederlanden mit einer satten Verdoppelung besonders hoch.

Bedeutung der gesetzlichen Rente sinkt


In vielen Ländern gab es vor 10 bis 15 Jahren viele Rentenreformen, die oft einen Rückgang des Rentenniveaus bei der gesetzlichen Vorsorge zur Folge hatten. Berechnungen für 16 OECD-Länder zeigen, dass es in Staaten mit besonders weitreichenden Reformen im Schnitt Leistungskürzungen um 22 Prozent für Männer und um 25 Prozent für Frauen gab. Gleichzeitig wurden allerdings Maßnahmen eingeleitet, um die betriebliche und private Altersrente zu fördern. Ob diese Zuwächse in der tatsächlichen Ruhestandsphase aber ausreichen werden, um Kürzungen bei der staatlichen Rente vollständig aufzufangen, bleibt offen.

„Eine der künftigen Herausforderungen ist es, die Beschäftigungschancen älterer Arbeitnehmer zu verbessern. 65 Prozent der Beschäftigten in Europa möchten die Möglichkeit erhalten, im Alter teils von Erwerbsarbeit und teils von Renteneinkommen zu leben", sagt Ralph. „Die Menschen müssen sich an die neue Renten-Wirklichkeit gewöhnen. Dabei ist mehr sparen wichtig. Das Sparen könnte beispielsweise dadurch gefördert werden, dass vermehrt von der Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, Altersvorsorgebeiträge direkt vom Gehalt abzubuchen und in einen Rentenplaneinzuzahlen.“

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